Adrian Sacuiu – Gründer des Unternehmens Volt, zugelassener EVBox – Re-Seller „Wir haben es innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne geschafft, uns unter den Top-Anbietern von Ladestationen bemerkbar zu machen”

Adrian S?cuiu, Managing Partner Volt, Kristof Vereenooghe, CEO EVBox

Für Adrian Sacuiu war die Entscheidung zur Gründung der Firma Volt ein natürlicher Vorgang, sowohl angesichts der raschen Entwicklung der Technologie, als auch der Tatsache, dass Rumänien Teil Europas ist und der Bereich der elektrischen Mobilität auf lokaler Ebene automatisch steigen wird. Er konnte die Erfahrung und das Fachwissen seines Bruders, C?t?lin S?cuiu, nutzen, der nach mehr als vier Jahren einen guten Arbeitsplatz als Ingenieur bei Jaguar in England verlassen hat, um in die Firma zu investieren, die Ladestationen für Elektroautos importiert. Die Assoziierung mit EVBox, einem der weltweiten Marktführer im Bereich der Ladelösungen, sichert ihren Erfolg auf dem lokalen Markt, so die beiden.

Die Niederländer von EVBox sind im Jahr 2017 von Engie zu einem Zeitpunkt übernommen worden, in dem sie europaweite Marktführer waren, mit 40.000 funktionsfähigen Ladestationen weltweit. Gegenwärtig ist die Anzahl der aktiven EVBox-Ladestationen auf rund 65.000 gestiegen. In Rumänien, selbst wenn die Dinge sich langsamer bewegen, werden die Projekte nicht zu lange auf sich warten lassen: es werden Investitionen insbesondere seitens der Stadtverwaltungen erwartet, die nicht rückzahlbare Zuschüsse im Wert von 90% der Projekte nutzen können.

„Wir haben den Aufwärtstrend in diesem Segment bemerkt und haben im Jahr 2016 beschlossen, den Grundstein dieses Geschäftsvorhabens zu legen, als der rumänische Markt nicht sehr entwickelt war. In der Zwischenzeit haben wir Erfahrung gesammelt und verfügen über das erforderliche Fachwissen, um nicht nur Apparatur anzubieten, sondern auch Beratung bei diversen Projekten“, so Adrian S?cuiu.

Die beiden haben einen Zulieferer gesucht, der vertrauenswürdig und sehr zuverlässig ist, der eine Erfahrung anbietet, die für den Endkunden so angenehm und einfach wie möglich ist.

„Wir haben einige Unternehmen angesprochen, aber EVBox haben wir als die interessanteste Firma empfunden. Nach mehreren Sondierungen haben wir uns 2016 bei ihrem Sitz in Amsterdam sogar mit dem CEO, Kristof Vereenooghe, getroffen, und im Jahr 2017 haben wir den Vertrag unterzeichnet“, meint er. Somit ist Volt zum zugelassenen EVBox-Re-Seller geworden. „Wir können schlüsselfertige Projekte anbieten: Projektberatung, Lieferung von Ladestationen, Aufbau, Service, Wartung. Wenn es um öffentliche Institutionen geht, kümmern wir uns auch um die Zulassungen und Genehmigungen, so dass es für den Kunden so einfach wie möglich ist, eine elektrische Ladestation zu installieren“. Gegenwärtig arbeitet Volt an einigen lokalen Projekten, einschließlich im Rahmen einiger Bürgermeisterämter und Hotels, aber auch für kleine Kunden, die aus Sicht des Verkaufs zurzeit überwiegend sind. „Die Gespräche mit den großen Unternehmen und Institutionen sind lang andauernd, insbesondere sind die Finanzierungen erforderlich.“

Die Stationen, die Volt anbietet, sind unterschiedlich und decken eine breite Palette an Kunden und Ladezeiträumen. Diese können online bedient werden. Die Stationen der Serie Home Line für natürliche Personen kosten zwischen 700 und 1.500 Euro, je nach Ausstattung. Die Kunden können sich für RFID-Kontrolle und Internetmanagement entscheiden und, selbst wenn sich die meisten nicht von Anfang an für diese Varianten entscheiden, merken sie nachträglich, dass sie nützlich sind, und verlangen ein Upgrade. „Daher umfasst die Beratung eine klare Präsentation zu den technologischen Neuheiten.“

Das neue Modell der Station Home Line, jetzt mit der Bezeichnung Elvi, umfasst eine einzigartige Ausstattung für Ladestationen auf dem rumänischen Markt, und zwar die Möglichkeit zum Upgrade der Ladekapazität bloß durch einfache Ersetzung des Ladekabels (soweit zulässig durch die Stromanlage).

Das ist extrem nützlich für diejenigen, die ein Plug-In-Hybridauto besitzen und die zukünftig auf vollelektrische Autos umsteigen wollen.

Die Stationen des Segments Business Line kommunzieren untereinandar und verfügen über Systeme für intelligentes Stromsparen – beispielsweise teilen sie sich den Strom innerhalb eines bestimmten Parkplatzes, so dass sie die Kapazität des Stromnetzes nicht überschreiten. Die durchschnittlichen Kosten für Business-Line-Stationen variieren zwischen 1.000 und 2.800 Euro, exkl. MwSt. Die öffentlichen Stationen kosten im Durchschnitt zwischen 4 und 5.000 Euro, mit Diebstahlsicherung und Vandalismusschutz als Sonderausstattung. Die Fast-Charge-Stationen runden das Top-Ranking der Volt-Produkte ab, bei höheren Kosten von 21-25.000 Euro, exkl. MwSt. Das Infozentrum auf der Webseite www.volt.com.ro beinhaltet die vollständige Gebrauchsanleitung dieser Ladestationen, inklusive geschätzte Kosten für einen Ladevorgang.

„Die Fast-Charge-Stationen sind eher für Tankstellen angebracht, da sie mit einer sehr hohen Leistung innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums laden. Eine 40-kW-Batterie wird in etwa 30-40 Minuten geladen.“

Die Haushaltskunden und die kleinen Unternehmen sind schneller gewesen, der Kauf ist sehr schnell getätigt worden. Die großen Unternehmen und die öffentlichen Institutionen schließen einen Vertrag jedoch in ungefähr sechs Monaten. „Wir führen Gespräche mit zahlreichen Stadtverwaltungen. Die Kunden stammen zum Großteil aus der Kategorie der Haushaltsverbraucher und der Kleinunternehmen. Wir sind jedoch erst zum Ende des Jahres 2017 auf den Markt gekommen. Trotzdem haben wir es innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne geschafft, uns unter den Top-Anbietern von Ladestationen bemerkbar zu machen, da wir Anlagen in vielen Städten des Landes wie etwa Bukarest, Brasov, Timisoara, Cluj, Ploiesti, usw., installiert haben.“

Der rumänische Markt für Ladestationen wird von zwei-drei größeren Akteuren dominiert und insgesamt gibt es sieben bedeutende Unternehmen. „Es ist ein ziemlich großer Kampf. Der Wachstum der Verkaufszahlen im Bereich der Elektroautos im Jahr 2018 ist sehr hoch und die Nachfrage nach Stationen wird steigen. Ab 2019 wird auch die Anzahl der vielfätigen elektrischen Modelle steigen“, so Adrian Sacuiu.

Während die Unternehmen die optimalen Varianten für das Verhältnis Ausgaben-Einnahmen suchen, wird die technologische Vielfalt durch Forschungsprogramme fortgesetzt, sie wird die Maschinenkosten senken und wird dem Markt neue Modelle und billigere Batterien anbieten, erklärt er.

Ein Vorteil für Rumänien ist auch das Abwrackprogramm Rabla Plus gewesen, im Rahmen dessen das Umweltministerium 10.000 Euro für den Kauf eines Elektroautos und 4.500 für ein Plug-In-Hybridmodell angeboten hat.

Die Kreishauptstädte können eine nicht rückzahlbare Finanzierung von 90% nutzen, und die städtischen Projekte werden immer mehr von allen Akteuren anvisiert. Gegenwärtig gibt es in Rumänien nur 200 öffentliche Ladestandorte mit einer oder mehreren Stationen. Davon sind laut plugshare.com 54 vom Typ „Fast Charge“.

„Für 2019 erwarten wir im Vergleich zu 2018 mindestens eine Verdopplung der Verkaufszahlen im Bereich der Elektroautos und der Plug-In-Hybride. Wir schätzen, dass dieser Trend der Verdopplung oder Verdreifachung der Verkaufszahlen bis 2020 fortgesetzt wird, wobei wir zu dem Zeitpunkt ein Problem haben könnten – es gibt die Möglichkeit der Einstellung des Programms Rabla Plus und wahrscheinlich werden wir dann einen Rückgang sehen. Die restriktive Gesetzgebung im Bereich umweltverschmutzender Technologien – beispielsweise wird es nicht mehr erlaubt sein, mit einigen Autos in Städten hinein zu fahren –, aber auch die Senkung der Kosten – beispielsweise werden laut Bloomberg die Batterien jährlich um 16% billiger – könnten jedoch den Mangel an Zuschüssen ausgleichen. Es erscheinen immer interessantere Modelle mit immer besseren Ausstattungen. Viele Hersteller, wie etwa Volvo, geben die Produktion von klassischen Fahrzeugen auf“, so Adrian Sacuiu zum Schluss.

Dreimal größere Verkaufszahlen

Die Verkaufszahlen im Bereich der Elektroautos und der Plug-In-Hybride aus Rumänien sind in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres auf 957 Einheiten gestiegen, mehr als dreimal höher im Vergleich zur ähnlichen Zeitspanne im Vorjahr, so die Daten der Verbands der Automobilhersteller und -importeure (APIA).

Die grünen Fahrzeuge sind dieses Jahr, besonders aufgrund der Zuschüsse des Programms Rabla Plus, weiterhin sehr gefragt.

Romania
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