Alexandru Vlad, CEO Selgros Cash&Carry România: Unsere Kunden haben verstanden wer wir sind und was wir zusätzlich im Vergleich zu den anderen Anbietern des Vollsortimenthandles anbieten

Wie ist das Geschäft für Selgros România in diesem Jahr im Vergleich zu 2016 gelaufen? Was hat sich positiv auf die Umsätze ausgewirkt?

Wir sind in vollem Paradigmawandel. Seit ein paar Jahren versuchen wir uns neu zu erfinden und zwar von dem klassischen und leicht staubigen cash & carry zum „Klub” Konzept. Wir versuchen die Beziehung zu unseren Klubmitglieder (der Klub der Profis und der Leidenschaftler von Leckereien) zu personalisiern, wobei unsere Bemühungen Erfolge markieren. Unsere Kunden haben verstanden wer wir sind und was wir zusätzlich im Vergleich zu den anderen Anbietern des Vollsortimenthandles anbieten. Auch dieses Jahr haben wir Akzente auf die Beziehung mit den Profis, vor allem mit den Gastronomen gesetzt. Wir hoffen auf ein Jahr 2017 das besser sein wird als das vorige, wobei die bisherigen Zeichen gut aussehen.

Welches waren die wichtigsten Investitionsprojekte in diesem Jahr?

Nach 14 Jahren Expansion mit einem großen Format (10.000 m2 Verkaufsfläche) haben wir in den letzten 2 Jahren ein Expansionsprogramm mit einem kompakten Format ( 4000 m2 Verkaufsfläche) entwickelt. Wir haben die ersten Märkte dieser Art in Targu Mures und Alba Iulia geöffnet. Dieses Jahr eröffnen wir einen derartigen Markt in Bistrita. Wir können in dieser Weise Areale, wo der große Prototyp nicht passend war, angehen. Nichtsdestotrotz bieten wir unseren Kunden dasselbe Sortiment von Lebensmittel sowie ein Sortiment von Non Food auf einer kompakteren Fläche an. Wir nähern uns demzufolge unserem ursprüglichen Ziel – das jeder Kunde aus Rumänien, woimmer er auch wohnt, innerhalb von 100 km ein Selgros Markt erreichen kann. Bis zur Erreichung / Erfüllung dieses Ziels haben wir nicht mehr viel. Außerdem haben wir die besteheneden Märkte modernisiert, wir haben seit einem Jahr Frischfischabteilungen in allen Lokationen wo wir anwesend sind, eingeführt. Wir haben in manchen Märkten Vitrinen für „Dry Aged Beef” die wir schrittweise in allen Selgros Märkten einführen werden. Wir haben die Textil – und Schuhabteilung im Markt Brasov neu gestaltet (als Pilotprojekt) – also langweilen wir uns nicht. Wir haben viele Ideen- müssen sie aber schrittweise einführen.

Mitte nächsten Monats eröffnen Sie eine neue Filiale in Bistrita. Was können Sie über das neue Geschäft berichten?

Wir sind ab September auch in Bistrita, in der Tat. Für unsere Kunden aus Bistrita ist Selgros nicht von absoluter Neuheit. Wir hatten in unseren Märkten aus Cluj und Targu Mures bis jetzt Kunden aus Bistrita. Jetzt sind wir zu ihnen gekommen. Wir hoffen, das Vertrauen und die Freundschaft auch denen, die uns bis jetzt nicht gekannt haben, zu gewinnen. Es ist noch eine Wette die wir mit den mittelgroßen Städten machen. Wir sind der Überzeugung, daß wir auch hier einen genauso großen Erfolg haben können wie in den großen Städten.

In diesem Sommer haben Sie angekündigt, auch in die Touristikbranche einsteigen zu wollen. Wie wird das Ihr Gesamtgeschäft beeinflussen?

Wir sind mit unseren Freunden von TUI Travel Center in einer Partnerschaft eingetreten um unseren Kunden auch touristische Leistungen anzubieten. Der Grund ist einfach: viele Akteure / Spieler des FMCG Marktes versuchen ihren Kunden ein kompletes Sortiment von Food und Non Food Artikel anzubieten. Im Jahre 2017 ist es nicht mehr genug. Wir müßen lernen, unseren Klubmitglieder neben Warenartikel auch Dienstleistungen anzubieten. Und die touristischen Dienstleistungen sind zwischen den wichtigsten und geschätzten. Wir nutzen die Erfahrung unserer Freunde von TUI Travel Center und kommen mit atraktiven Angeboten. Alles unter einem Dach kaufen zu können, sowohl Ware als auch Dienstleistungen – wir glauben, daß das der Trend auch in der Zukunft sein wird.

Wie viele Filialen gehören heute zum Netz von Selgros România? Wie sehen Ihre Pläne zum Ausbau des Rumänien-Geschäfts aus?

Wir haben 18 Märkte im großen Format, 3 im kleinen Format und ein Zustellungslager für die Gastronomen aus Bukarest. Wir erweitern jedes Jahr immer mehr unsere Zustellaktivitäten. Wir haben aber in diesen Jahren, in denen wir auf dem rumänsichen Markt tätig waren, gelernt, uns nicht selbst unter Druck zu setzten. Immer
wenn wir Grundstücke finden, die für unsere Haupttätigkeit geeignet sind, in Städte wo wir nicht anwesend sind, und wenn wir die nötigen Genehmigungen für den Bau eines Marktes erhalten, sind wir bereit weitere Arbeitspunkte zu eröffnen. Sowieso haben sich unsere Expansionspläne in diesen 16 Jahren mehrmals geändert. Wir beobachten den Markt sorgfältig und passen uns dementsprechend an.

Welche Besonderheiten weist der moderne Handel in 2017 auf? Mit welchen Herausforderungen setzen sich die wichtigsten Player auseinander? Ist noch Platz für neue Mitbewerber?

Der rumänische Markt ist in den letzten Jahren sehr wettbewerbsintensiv geworden. Vielleicht sogar überintensiv in manchen Städten. Es ist nicht mehr viel Platz für die „players” des großen Formates. Die der kleinen Formate – insbesondere die spezialisierten Märkte und die Hard Discounters – sind nur zu Beginn. Deren Expansion wird vermutlich im selben Tempo auch in der Zukunft stattfinden. Wenn wir zu einer Überhitzung des Marktes mit Flächen auf Nationalebene kommen werden – dann werden wir vermutlich Zeugen von Verkäufen und Übernahmen werden. Die ersten Zeichen haben wir in den letzten 2 Jahren schon erlebt.

 

von Ioan Dornescu

Kremsmuellerrot
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