Die Abhängigkeit von Importen nimmt zu, die Entwicklungspläne bleiben ehrgeizig

Rumänien erlebt im Energiesektor ein Paradox: Es ist eine Wirtschaft voller natürlicher Ressourcen (Öl, Erdgas, Kohle, gutes hydrografisches Netz), was die Hoffnung weckt, ein richtiger regionaler Energiehub zu werden, aber immer häufiger sieht sie sich dazu gezwungen, immer mehr auf Importe zurückzugreifen, und dies verringert ihre Energieunabhängigkeit. Laut einigen Experten im Bereich Energie steht Rumänien vor einer ungewissen Energiezukunft: Die zunehmende Abhängigkeit von Importen führt zu einem Anstieg der Energiekosten und implizit der Kosten des Lebensstandards. Laut einer Analyse von Digi24 wird Rumänien vom Nettoexporteur zum Importeur, was auf fehlende Investitionen zurückzuführen ist, und der Staat, in seiner Eigenschaft als Hauptakteur im Produktionsbereich durch die eigenen Unternehmen, spielt hier eine Rolle. Die zitierte Analyse zeigt, dass Strom teurer sein wird, die Kraftwerke stillgelegt werden und Rumänien zum Nettoimporteur wird. Die Statistik zeigt, dass der Strommarkt in Rumänien in den nächsten zehn Jahren sogar noch teurer wird als in Ungarn. Konkret zeigt die Digi24-Analyse, dass „der Durchschnittspreis in unserem Land bis 2024 um 8 Euro pro Megawatt und Stunde höher sein wird als in Ungarn, und die Unterschiede werden sich erst in 10 Jahren wieder abflachen, wenn zwei neue Gruppen im Kernkraftwerk Cernavod? in kommerziellen Betrieb gesetzt werden könnten“. Eine der genannten Ursachen ist die, dass der Energiesektor ein großes Investitionsvolumen benötigt und der rumänische Staat – durch öffentliche Maßnahmen – die Energieinvestoren nicht unterstützt. Die Regierung verpflichtet die Energieunternehmen, bei denen sie Mehrheitsaktionär ist, weiterhin dazu, mindestens 90% des Nettogewinns in Form von Dividenden in den Haushalt abzuführen. Und die privaten Betreiber schauen mit Misstrauen zu, wie der Staat den gesetzlichen Rahmen und die Steuerregelung über Nacht ändert.

Im Rahmen der Debatte „Rumäniens Energiesicherheit: Sachverhalt und Perspektiven” wiesen Experten von New Strategy Center darauf hin, dass Rumänien das einzige Land in der Schwarzmeerregion ist, das über bedeutende Energieressourcen verfügt, erstens Erdgas, die es dem Land ermöglichen, mindestens ein Jahrzehnt lang für einige Staaten aus diesem Raum ein zweiter Lieferant, nach der Russischen Föderation, zu werden. Um das zu verwirklichen brauchen wir ein attraktives und vorhersehbares Investitionsklima, damit die großen Energieunternehmen solide und wahre langfristige Partnerschaften mit dem rumänischen Staat aufbauen können. Es gibt einige Fragen, von deren Antwort die Energiesicherheit des Landes in der nächsten Zeitspanne abhängig ist. Inwieweit kann Rumänien wirklich ein Energieversorger in der Schwarzmeerregion werden? Inwieweit kann die Gesetzgebung, die wir haben oder die verabschiedet werden soll, die Attraktivität für Investitionen im Energiebereich unterstützen oder erhöhen? Wie können wir unsere Investitionen und Energieinteressen verteidigen, insbesondere im gegenwärtigen, äußerst angespannten Kontext in der Schwarzmeerregion? Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, damit wir den größten Teil der uns am Schwarzen Meer zur Verfügung stehenden Ressourcen im Inland nutzen können? Es gibt genauso viele Fragen, auf die die rumänische Gesellschaft, insbesondere aber die Betreiber auf dem Energiemarkt, eine Antwort der Behörden erwarten.

Die Meinung der Europäischen Kommission

In Rumänien verhindern der rechtliche und der operative Rahmen die Investitionen, da die Verfahren von vielen Projektentwicklern als zu kompliziert angesehen werden. Wenn keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden, wird Rumänien die in der Lastenteilungsverordnung festgelegten Klimaziele für 2030 nicht erreichen. Rumänien hat für den Zeitraum 2021-2030 einen Gesamtinvestitionsbedarf im Bereich Energie und Klima von rund 22 Milliarden Euro angegeben. In dem integrierten nationalen Plan im Bereich Energie und Klimawandel, der bis zum 31. Dezember 2019 verabschiedet werden soll, wird Rumänien einen Überblick über seinen Investitionsbedarf bis 2030 für verschiedene Aspekte der Energieunion, einschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen, Energieeffizienz, Energieversorgungssicherheit, Minderung des Klimawandels und Anpassung an diesen, vorlegen. Jüngste Gesetzesänderungen könnten zukünftige Investitionen im Energiesektor verhindern. Die Eilverordnung der Regierung Nr. 114/2018 hat den Gasmarkt verzerrt, Investitionen gefährdet und verzögert die Entwicklung der rumänischen Offshore-Erdgasförderung im Schwarzen Meer.

Die Integration in die regionalen Märkte für Erdgas und Strom erfordert zusätzliche Investitionen. Im Jahr 2017 lag der Vernetzungsgrad der rumänischen Stromnetze bei 7% und damit unter dem vorgesehenen Ziel von 10% für 2020. Nach Abschluss der geplanten Vorhaben von gemeinsamem Interesse in Bezug auf die Verkehrsinfrastruktur, die noch umgesetzt werden, kann das Stromsystem aus Rumänien allgemein als gut entwickelt angesehen werden. Die rechtzeitige Fertigstellung laufender Projekte wird den Integrationsgrad Rumäniens in den regionalen Markt erhöhen und bestehende Engpässe in der südöstlichen Region beseitigen, wobei gleichzeitig der Ausbau erneuerbarer Energien in Nordostbulgarien und Südostrumänien ermöglicht wird (das Projekt von gemeinsamem Interesse „Schwarzmeerkorridor”). Weitere Investitionen in den Erdgassektor sind erforderlich, um wechselseitige Flüsse zu ermöglichen, die Vernetzung mit den Nachbarländern zu stärken und den Vorteil der vorhandenen Ressourcen im Schwarzen Meer voll auszuschöpfen und somit die Energieversorgungssicherheit und den Wettbewerb in der Region zu verbessern. Die Gesetzesänderungen vom Ende des Jahres 2018 stellen einen Rückschritt im Prozess der Deregulierung der Energiepreise für Haushalte dar. Der Prozess war im Jahr 2017 im Fall des Stroms abgeschlossen worden und es wird erwartet, dass er im Fall des Erdgases im Jahr 2021 abgeschlossen werden wird. Auch außerhalb des Haushaltssektors werden die regulierten Tarife für Erdgas, die unter dem Referenzpreis festgelegt sind, gelten. Die Einzelhandelsmärkte sind mit einer Lieferantenwechselrate von weniger als 1% im Jahr 2016 nach wie vor hoch konzentriert, während die Wettbewerbsmechanismen auf den Einzelhandelsenergiemärkten noch nicht voll funktionsfähig sind. Dies dürfte sich angesichts der jüngsten Rückschritte in Bezug auf einen wettbewerbsfähigen und offenen Energiemarkt kaum ändern.

Nach Angaben der EK hat Rumänien die Fortschritte bei der Gewährleistung wettbewerbsfähiger und liquider Märkte gemäß dem EU-Rechtsrahmen eingebüßt. Dies gilt insbesondere im Fall des Erdgases. Die jüngsten Gesetzesänderungen können das Funktionieren des Erdgasmarktes aus Sicht der erklärten Ziele beeinträchtigen, indem sie den Wettbewerb einschränken, inländische Produzenten entmutigen und Investitionen beeinträchtigen. Dies könnte negative Auswirkungen auf die interne Erdgasproduktion und die langfristige Energiesicherheit Rumäniens und der Region haben. Zusätzlich zu den Bestimmungen des Offshore-Gesetzes könnten diese Gesetzesänderungen auch die Zweiweg-Gaspipeline Bulgarien-Rumänien-Ungarn-Österreich (Stufe 2) gefährden und damit die Möglichkeit aufheben, kollaterale wirtschaftliche und budgetäre Vorteile aus Lizenzgebühren zu ziehen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Infrastruktur im Land zu entwickeln.

Die Meinung der Energiestrategie Rumäniens

Die Vision der rumänischen Energiestrategie ist es, den Energiesektor unter Nachhaltigkeitsbedingungen zu stärken: Aufbau neuer Kapazitäten; Nachrüstung und Modernisierung der Kapazitäten für Energieerzeugung, -transport und -verteilung; Förderung des Anstiegs des Inlandsverbrauchs unter Energieeffizienzbedingungen; Export. Das nationale Energiesystem wird dadurch stärker, sicherer und stabiler. Die Energiestrategie hat acht grundlegende strategische Ziele, die den gesamten Analyse- und Planungsansatz für den Zeitraum 2019-2030 und den Zeithorizont des Jahres 2050 strukturieren. Die Erreichung der Ziele erfordert einen ausgewogenen Ansatz für die Entwicklung des nationalen Energiesektors, sowohl aus der Perspektive nationaler und europäischer Vorschriften als auch der Investitionskosten.

Die strategische Investitionen von nationalem Interesse sind feste und verbindliche Maßstäbe bei der strategischen Programmierung; alle anderen Maßnahmen, die zur Erreichung der strategischen Ziele erforderlich sind, werden unter der Voraussetzung durchgeführt, dass strategische Investitionsprojekte von nationalem Interesse durchgeführt werden.

Die Energiestrategie sieht die Tatsache vor, dass Rumänien seine Position als Energieerzeuger in der Region beibehält und eine aktive und bedeutende Rolle bei der Bewältigung von Stresssituationen auf regionaler Ebene spielt. Für das Jahr 2030 zeigen die Modellierungsergebnisse des gewählten Optimalszenarios (mit Bestätigung der Daten vom Jahr 2017, der Ziele der Energiestrategie und der Ziele strategischer Investitionen) einen Anstieg der Energieerzeugung aus nuklearen Quellen von 17,4 TWh im Jahr 2030 auf 23,2 TWh im Jahr 2035. Bei den gesamten Quellen erneuerbarer Energie wird ein Anstieg auf 29 TWh verzeichnet werden, was einem Anteil von 37,6% der gesamten Primärenergiequellen entspricht, aus denen sich der Energiemix im Jahr 2030 zusammensetzen wird. Die produzierte Energie aus Kohle wird 15,8 TWh verzeichnen und wird einen Anteil von 20,6% darstellen. Ein Wachstum von 1,9% wird die Stromerzeugung aus Kohlenwasserstoffen mit etwa 14,5 TWh verzeichnen.

Die Strategie analysiert auch die Perspektive des nationalen Energiesystems für das Jahr 2050. Die Prognosen für das Jahr 2050 sind, auch wenn sie ein höheres Maß an Unsicherheit aufweisen, im Hinblick auf die durch die Strategie angenommene Vision und auf die grundlegenden Ziele der Entwicklung des Energiesystems relevant.

Die Vision der rumänischen Energiestrategie ist es, den Energiesektor unter Bedingungen der Nachhaltigkeit zu stärken. Die Entwicklung des Energiesektors muss als Teil des Entwicklungsprozesses Rumäniens betrachtet werden. In der Vision des Energieministeriums bedeutet Wachstum: der Bau neuer Produktionskapazitäten auf der Grundlage sauberer, modernster Technologien; Nachrüstung und Modernisierung bestehender Produktionskapazitäten und deren Eingliederung in Umwelt-, Verkehrs- und Energieverteilungsnormen; Förderung des Anstiegs des Inlandsverbrauchs unter Energieeffizienzbedingungen; Export. Das nationale Energiesystem soll somit sicherer und stabiler werden. Rumänien verfügt über die notwendigen Ressourcen, um das Energiesystem zu verbessern, und dieses muss bereit sein, die Entwicklung von Industrie und Landwirtschaft sowie die Wirtschaft insgesamt zu unterstützen und die Lebensqualität sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten zu verbessern. Die im Aufbau befindlichen Vernetzungen zwischen Mittel- und Osteuropa tragen zur Entwicklung von Energiemärkten und regionalen Energiesicherheitsmechanismen bei, die laut den gemeinsamen EU-Vorschriften funktionieren sollen. Die regionale Zusammenarbeit ist eine wirksame Lösung für Energieversorgungskrisen. In der Region befinden sich im Vergleich zu Westeuropa die Vernetzungen, die modernen Gasspeicherkapazitäten, Institutionen, Marktbetriebsregeln und die Qualität der Infrastruktur noch in der Entwicklungsphase. Die EU hat als Ziele die Fertigstellung und das Funktionieren des Binnenmarktes für Elektrizität und den grenzüberschreitenden Handel definiert sowie die Gewährleistung einer optimalen Verwaltung, einer koordinierten Ausbeutung und einer gesunden technischen Entwicklung des europäischen Stromübertragungsnetzes. Auf Ebene des Verbands Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) wird alle zwei Jahre ein 10-Jahres-Stromnetzentwicklungsplan erstellt, in dem die Angemessenheit des gesamteuropäischen Stromnetzes bewertet wird. Dieser Plan berücksichtigt das integrierte Modell des europäischen Stromnetzes, die Ausarbeitung von Szenarien und die Bewertung der Widerstandsfähigkeit des Systems. Im Rahmen des ENTSO-E sind sechs regionale Gruppen gebildet worden, innerhalb deren der europäische Netzentwicklungsplan analysiert und fertiggestellt wird.

Derzeit verfügt Rumänien über eine Vernetzungskapazität von 7%, und für 2020 wird ein Anstieg auf über 9% geschätzt, was dem Ziel von 10% näher kommt. In Bezug auf die Erreichung des Vernetzungsziels von 15% für das Jahr 2030 wird beabsichtigt, dass dieses Ziel hauptsächlich durch die Einführung der PCI und beziehungsweise durch die Durchführung der anderen Entwicklungsprojekte des Stromübertragungsnetzes erreicht wird, die im RET-Entwicklungsplan für den Zeitraum 2018 – 2027 einbezogen sind. Die Vernetzung der rumänischen Erdgas- und Stromübertragungsnetze mit denen der Republik Moldau stellt ein strategisches Ziel der Regierungen der beiden Länder dar.

Der Staat ist Hauptakteur im Bereich Energie

Nach Angaben der Regierung bilden die großen Unternehmen, an denen der Staat mehrheitlich beteiligt ist, das Rückgrat des Nationalen Energiesystems. Angesichts der geografischen und strategischen Position Rumäniens sowie der Vision zur Entwicklung des Energiesektors, haben diese Unternehmen das Potenzial, echte regionale Meister zu werden. Der Beitrag dieser „regionalen Meister” zur Energiesicherheit der Region ist in den letzten Jahren deutlich bemerkbar gewesen, als die Energiesysteme der Länder dieses Teils Europas von extremen Wetterbedingungen betroffen gewesen sind. Die Größe dieser Unternehmen, die produzierte, gelieferte und beziehungsweise transportierte Energie, haben den ordnungsgemäßen Betrieb des nationalen Energiesystems, aber auch der Energiesysteme in den Nachbarländern, gewährleistet. Rumäniens Status als Energiesicherheitsanbieter in der Region wird in hohem Maße durch die Tätigkeit dieser Unternehmen unterstützt. Alle sechs Unternehmen haben ehrgeizige Entwicklungspläne – seien es neue Investitionsziele oder Nachrüstung und Modernisierung einiger in Betrieb befindlicher Ziele.

Hidroelectrica betreibt 208 Wasserkraftwerke mit einer installierten Gesamtleistung von 6.444 MW. Im Jahr 2017 hat das Unternehmen über 14 TWh produziert und einen Nettogewinn von 1.360 Millionen Lei verzeichnet. Hidroelectrica führt im Bereich der Stromerzeugung und ist der Hauptanbieter von Systemtechnologiedienstleistungen in Rumänien. Hidroelectrica befindet sich im Besitz des rumänischen Staats über das Energieministerium (80,06% der Aktien) und durch den „Proprietatea”-Fonds (19,94% der Aktien) und bereitet sich auf die Notierung an der Börse vor. Ende 2017 beschäftigte das Unternehmen 3.297 Mitarbeiter.

SN Nuclearelectrica produziert Strom, Wärme und auch Kernkraftstoff. Im Jahr 2017 betrug die gesamte Stromproduktion 11,5 TWh und der Nettogewinn des Unternehmens lag bei über 303 Millionen Lei. Das Unternehmen ist an der Börse notiert und die Beteiligungsstruktur sieht folgendermaßen aus: Der rumänische Staat, über das Energieministerium – 82,48% der Aktien, der „Proprietatea”-Fonds – 9,10%, andere Aktionäre – 8,42%. Nuclearelectrica hat zwei Niederlassungen ohne Rechtspersönlichkeit – die Cernavod? CNE-Niederlassung, die die Einheiten 1 und 2 aus Cernavod? betreibt, sowie auch die Nebendienstleistungen, und die FCN Pite?ti-Niederlassung, ein qualifiziertes Kernbrennstoffunternehmen. Nuclearelectrica ist ebenfalls auch der einzige Anteilseigner der EnergoNuclear-Projektgesellschaft für die Herstellung der Reaktoren 3 und 4 aus Cernavod?. Die Mitarbeiterzahl des Unternehmens betrug im Jahr 2017 1.975.

Romgaz ist der größte Produzent und Hauptlieferant von Erdgas in Rumänien. Das Unternehmen ist seit 2013 zum Handel am Markt der Bukarester Börse und der Londoner Börse (LSE) zugelassen. Hauptaktionär ist der rumänische Staat über das Energieministerium mit einer Beteiligung von 70%. Die Erdgasförderung des Unternehmens ist im Jahr 2017 um 22,2% höher gewesen als im Vorjahr, beziehungsweise 939 Millionen Kubikmeter (5.158 Millionen Kubikmeter im Jahr 2017 gegenüber 4.219 Millionen Kubikmeter im Jahr 2016). Laut geschätzten Daten hat Romgaz mit dieser Produktion einen Marktanteil von 50,5% der Lieferungen von Gas aus der Inlandsproduktion und einen Anteil von 46,2% der Lieferungen am gesamten rumänischen Verbrauch gehabt. Die Gesellschaft hat im Jahr 2017 einen Nettogewinn von 1.854,7 Millionen RON verzeichnet. Ende 2017 lag die Zahl der Mitarbeiter bei 6.246.

Die Energieanlage Oltenia erzeugt auf Braunkohle basierende elektrische und thermische Energie. Die Gewinnung und Aufbereitung von Braunkohle ist ebenfalls Gegenstand der Tätigkeit der Gesellschaft. Der rumänische Staat besitzt über das Energieministerium 77,15% des Stammkapitals des Unternehmens. Im Jahr 2017 hat der die Energieanlage Oltenia 15 TWh Energie produziert. In Prozent entspricht dies 24% der gesamten Energieproduktion des Landes bei einer Produktion von 22,5 Millionen Tonnen Kohle. Die Energieanlage Oltenia hat 2017 einen Nettogewinn von rund 181 Millionen Lei gemeldet, im Vergleich zu einem Verlust von rund 140 Millionen Lei im Jahr 2016. Ende 2017 beschäftigte die Energieanlage Oltenia 13.281 Mitarbeiter.

Transgaz ist der technische Betreiber des Nationalen Erdgastransportsystems und gewährleistet die Erfüllung – unter Bedingungen der Effizienz, Transparenz, Sicherheit, des diskriminierungsfreien Zugangs und der Wettbewerbsfähigkeit – der nationalen Strategie für den nationalen und internationalen Transport, den Erdgasversand, die Forschung und Projektarbeit im Bereich des Erdgastransports unter Einhaltung der nationalen und europäischen Gesetzgebung und der Standards für Qualität, Leistung, Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Das Unternehmen ist an der Bukarester Börse notiert. Der Staat besitzt über das Wirtschaftsministerium 58,5% der Aktien, der Rest ist Eigentum anderer juristischer oder natürlicher Personen. Im Jahr 2017 betrug der Umsatz von Transgaz mehr als 1,8 Milliarden Lei, und der Nettogewinn überstieg den Betrag von 582 Millionen Lei. Laut dem Entwicklungsplan des Nationalen Erdgastransportsystems für den Zeitraum 2017–2026 hat Transgaz eine Reihe von Investitionszielen festgelegt, mit denen ein angemessenes Maß an Vernetzung mit den Nachbarländern sichergestellt werden soll, die Schaffung von Erdgastransportwegen auf regionaler Ebene für den Transport von Erdgas aus verschiedenen neuen Versorgungsquellen.

Das Unternehmen investiert ebenfalls in die Infrastruktur, die für die Gewinnung und den Transport von Erdgas aus den Offshore-Gebieten des Schwarzen Meeres erforderlich ist, um es auf dem rumänischen Markt und auf anderen Märkten in der Region zu verwerten. Transgaz erweitert die Erdgastransportinfrastruktur zwecks Verbesserung der Versorgung der Mangelgebiete mit Erdgas, und trägt zur Schaffung eines integrierten Einzelmarkts auf Ebene der Europäischen Union bei. Im Jahr 2017 beschäftigte Transgaz 4.628 Mitarbeiter.

Die Aufgabe von Transelectrica ist es, den öffentlichen Stromübertragungsdienst zeitgleich zur Wahrung der Sicherheit des Betriebs des nationalen Energiesystems unter nichtdiskriminierenden Zugangsbedingungen für alle Nutzer zu gewährleisten, sich an der nachhaltigen Entwicklung des Energiesystems durch den Ausbau der Infrastruktur des Stromübertragungsnetzes aktiv zu beteiligen, und den Betrieb und die Integration der Energiemärkte zu unterstützen und erleichtern. Die Schlüsselrolle von Transelectrica ist die des Transport- und Netzbetreibers, zu der noch die Rollen des Verwalters des Ausgleichsmarktes, des Messbetreibers und des Kapazitätszuweisungsbetreibers auf den Verbindungsleitungen hinzukommen. Das Unternehmen ist an der Bukarester Börse notiert. Der rumänische Staat besitzt über das Wirtschaftsministerium 59,68% der Aktien. Im Jahr 2017 verzeichnete das Unternehmen einen operativen Umsatz von über 1,8 Milliarden Lei. Die Mitarbeiterzahl des Unternehmens betrug im Jahr 2017 2.180.

Die Nachfrage nach Energie

Der Bruttoenergieverbrauch Rumäniens ist nach 1990 deutlich zurückgegangen und hat 2015 377 TWh erreicht, was etwa 19 MWh pro Kopf entspricht, und der Endenergieverbrauch betrug 254 TWh. Der Bruttoenergieverbrauch wird im Jahr 2030 auf 394 TWh und der Endenergiebedarf auf 300 TWh geschätzt. Der Verbrauch von Energieressourcen als Rohstoff wird voraussichtlich um 35% zunehmen, während der Verbrauch und die Verluste im Energiesektor um 4 TWh sinken werden.

Rumänien verfügt über einen ausgewogenen und diversifizierten Mix von Primärenergieressourcen bei der Stromerzeugung. Für das Jahr 2030 zeigen die Modellierungsergebnisse im gewählten Optimalszenario einen Anstieg des Anteils von Energie aus nuklearen Quellen auf 17,4 TWh und im Jahr 2035 auf 23,2 TWh. Bei den gesamten erneuerbaren Energiequellen wird ein Anstieg auf 29 TWh verzeichnet, was einem Anteil von 37,9% der gesamten Primärenergiequellen entspricht, aus denen sich der Energiemix im Jahr 2030 zusammensetzen wird. Die aus Kohle gewonnene Energie wird einen leichten Rückgang auf 15,8 TWh verzeichnen und wird einen Anteil von 20,6% haben. Einen Anstieg von 1,9% wird die Stromerzeugung aus Kohlenwasserstoffen verzeichnen.

Selgrosrot
Romania
Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Die Kunst des Machbaren

Den Personalmangel in der Wirtschaft erleben Menschen in Rumänien auf eine sehr persönliche Weise: als zusätzliche Belastung am Arbeitsplatz, weil...

Schließen