Die Mentalitätsfalle: Sprichwörter, die Dich daran hindern, Investor zu werden und Dein Potenzial auszuschöpfen

(Foto: Andreus/ depositphotos.com)

Die kulturelle Auswirkung auf die Entwicklung eines Systems, das auf Massenebene zunimmt, ist für die Erfolgsquote jeder Veränderung ausschlaggebend. Bei der Besprechung der Situation der Investoren bei der Bukarester Wertbörse haben wir zwei Fragen gehabt, auf die wir eine Antwort gesucht haben: „warum haben wir nicht mehr Börseninvestoren?“ („welche sind die Faktoren, die uns daran hindern, Investoren zu werden?“) und „wie können wir mehr Börseninvestoren gewinnen?“ („welche sind die Faktoren, die uns aus der latenten Lage heraus dazu bringen können, Investoren zu werden?“).

Ausgehend vom kulturellen Modell haben wir eine Reihe von kollektiven rumänischen Vorurteilen, Weisheiten unter Form einiger Sprichwörter, identifiziert, die jedoch einen vernichtenden Einfluss auf jegliche Absicht haben, den Wartezustand zu verlassen und unser Entwicklungspotenzial als Investoren auszuschöpfen.

Geld ist die Wurzel allen Übels. Dies ist, möglicherweise, eine der sündigsten mentalen Einstellungen, die wir hinsichtlich der Anhäufung von Kapital ausdrücken können. Diese Verbindung zwischen Reichtum und Verdammnis erodiert das Vertrauen der Menschen in das, was das Geld für sie darstellen kann. Selbst aus tiefst christlicher und religiöser Sicht kann nicht der Reichtum eine Sünde sein, sondern die Art und Weise, in der wir uns darauf beziehen, was wir haben.

Lieber arm und rein als reich und beschämt. Die Fortsetzung des obigen Sprichworts zeigt ausdrücklicherweise die Falle des ausschließenden Denkens: die Armut ist automatisch mit Unschuld verbunden, während der Reichtum automatisch als mit Schuld eng verbunden erachtet wird. Warum ist es schwer, die Rumänen davon zu überzeugen, mehr Geld zu haben? Weil die Armut im kollektiven Denken eher eine Tugend ist als eine Beschreibung einer finanziellen Lage zu einem gewissen Zeitpunkt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Das ist die Art von Sprichwort, die auf zwei Arten schadet. Es gibt einige 40-jährige Personen, die meinen, dass es keinen Sinn mehr macht, jetzt mit dem Investieren zu beginnen, wenn sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht investiert haben. Ganz im Gegenteil: jeder Zeitpunkt ist dazu geeignet, um seine Zukunft zu sorgen. Die zweite Art visiert den Verlust einer konkreten Gelegenheit an: es hat Investoren gegeben, die keine Aktien mehr gekauft haben, als der Preis um 10% gestiegen ist. Dann ist das Unternehmen weiter gewachsen, sie haben ungefähr zum Maximum des Preises gekauft und, als dieser begonnen hat, um bloß 5% zu sinken, haben sie sich erschreckt, haben alles verkauft und haben Verluste verzeichnet.

Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen. Hier der größte Feind der Diversifizierung des Risikos. Ich habe Investoren kennen gelernt, die ein einziges Unternehmen im Portfolio hatten. Sie haben sich gefreut, als es um 30% innerhalb eines Jahres gewachsen ist, aber, als die Aktien einen Abwärtstrend erfahren haben, haben sie die Strategie des Unternehmens kritisiert, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass genau ihre Strategie zum größten Feind der persönlichen Finanzen hätte werden können.

Die Stunde bringt mehr als das Jahr. Wir trösten uns mit den verpassten Chancen, da wir auf das „große Los“ warten, und eigentlich tun wir nichts Anderes, als den Zeitpunkt der Übernahme der Verantwortung für unsere Zukunft aufzuschieben. Ich habe von keinem Lottogewinner gehört, der es geschafft hat, seinen Gewinn zu behalten. Wie können wir die Erwartung haben, besser mit mehr Geld umgehen zu können, wenn wir nicht einmal über die Disziplin der Verwaltung weniger Mittel verfügen? Genau deshalb sollte die Übung zum monatlichen Sparen mittels Investitionsfonds ebenso wichtig sein wie das Einkaufen: mit derselben Regelmäßigkeit, mit derselben Häufigkeit, denn nur so werden wir es schaffen, unsere Zukunft nicht mit dem zu versorgen, was das Jahr oder die Stunde bringt, sondern mit dem Ergebnis unserer Intelligenz.

Florin Cepraga, Senior PR Specialist, BVB

Romania
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