Die Städte, die in Innovation investieren und über ein großes Angebot an Talent verfügen, sind das Ziel von Immobilieninvestoren

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Innovation ist zu einem Schlüsselwort für die Investitionsattraktivität einer Stadt geworden, was letztendlich die Nachfrage nach Immobilienprodukten erzeugt. Große Unternehmen treffen Investitionsentscheidungen, indem sie sich Städte genau ansehen, die es geschafft haben, Investitionen in Aktivitäten mit hohem Mehrwert, in innovative Branchen und in Forschung und Entwicklung heranzuziehen, die aber auch erhöhte Verfügbarkeit von Talent aufweisen.

Die neueste Studie, das JLL Cities Research Program – Innovation Geographies, zeigt die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Immobilienbranche. Die Studie hat 100 Städte auf der ganzen Welt analysiert, um ihre Attribute im Hinblick auf Innovationsgrad und Verfügbarkeit von Talent zu quantifizieren. Die Forschungsergebnisse bestätigen die Tatsache, dass die Städte, die Innovationsfähigkeiten und Talentkonzentration kombinieren, in den letzten Jahrzehnten wirtschaftliche Leistungen erbracht haben. Interessanterweise zeigt die Studie auch die Tatsache, dass ein enger Zusammenhang zwischen Innovation, Verfügbarkeit von Talent und der Leistung des Immobilienmarktes besteht.

Es ist sehr leicht zu erkennen, dass die Städte, die in die JLL-Rangliste für Innovation und Talentkonzentration aufgenommen worden sind, im letzten Jahrzehnt auch die schnellsten und bedeutendsten Mietsteigerungen auf dem Büromarkt verzeichnet haben und das größte Investitionsvolumen herangezogen haben.

Unter diesen Umständen ist es leicht zu verstehen, warum Immobilieninvestoren neben den traditionellen Kriterien wie BIP, Beschäftigungsquote und Bevölkerung, auch Indikatoren für Innovation und Talent als Kriterien für die Auswahl von Investitionszielen heranziehen.

Das Kapital folgt der Innovation

So haben innovationsorientierte Städte in der Welt der heutigen Technologie einen starken Wettbewerbsvorteil. JLL-Daten zeigen, dass, unter den 109 analysierten Städten, die neun globalen Märkte – Boston, London, New York, Paris, San Francisco, Seattle, San José, Sydney und Tokio – die zu den 20 innovativsten Städten der Welt gehören, etwa 37% des gesamten jährlichen Immobilieninvestitionsvolumens des letzten Jahrzehnts herangezogen haben.

Die Städte unter diesen Führern, die gute Ergebnisse entweder hinsichtlich der Verfügbarkeit von Talent oder des Innovationsgrads erzielt haben, haben seit der globalen Finanzkrise einen deutlichen Anstieg des Transaktionsvolumens erfahren. So sind die Immobilieninvestitionen in Washington DC, eine talentreiche Stadt, um 260% gestiegen, während sich in der innovationsorientierten Stadt Stuttgart das Volumen fast verdreifacht hat.

„Die Ausrichtung auf innovative Städte ist zu einem expliziten Bestandteil von Investitionsstrategien geworden. Unsere Forschung zeigt ebenfalls auch, dass innovationsorientierte Städte wirtschaftsschockresistenter zu sein scheinen. Während der letzten Rezession haben diese Städte festgestellt, dass die durchschnittlichen Immobilienwerte weniger stark zurückgingen und sich viel schneller erholten. Dazu gehören Städte wie Seoul, Berlin und Chicago“, so Carol Hodgson, Global Research Director bei JLL.

Auf globaler Ebene ist der Begriff „Innovationswirtschaft“ eingeführt worden, der sich auf ein viel umfassenderes innovationsbezogenes Ökosystem bezieht, das über die Technologieunternehmen hinausgeht. Dieses Ökosystem umfasst Produktionsaktivitäten mit hohem Mehrwert, „Life Sciences“ und Aktivitäten der Forschung und Entwicklung. Die im Innovationsindex enthaltenen Faktoren sind die ausländischen Direktinvestitionen in innovative Branchen, Risikokapitalattrak­tivität, Ausgaben für F & E – Aktivitäten sowie auch die Anzahl der Anträge für internationale Patente.

Heranziehung von Konzernmietern

Unternehmen suchen, so wie die Immobilieninvestoren, nach Standorten mit fortschrittlichen Innovationsökosystemen. Diese Städte unterstützen die hochqualifizierte Arbeitskraft und sind am besten platziert, um in Zukunft erfolgreich zu sein. Die reifen Märkte in Europa, den USA und Australien sind hinsichtlich der Talentkonzentration weltweit führend. Städte wie London, San Francisco, Washington, DC, San Jose und Seattle befinden sich oben im Ranking in dieser Hinsicht, wobei sie über die besten Universitäten verfügen, die eine steigende Anzahl von Talenten liefern.

Für Unternehmen mit kostenbezogenen Einschränkungen sind kleinere Städte wie Austin, Helsinki und Melbourne die kostengünstigsten Hubs für Innovation und Talent.

In der JLL-Studie bezieht sich der Talentindikator auf den Grad der Talentkonzentration – er spiegelt also die Qualität der Arbeitskraft und nicht ihr Volumen wider. In diesem Sinne können kleinere Städte unabhängig von ihrer Größe Zugang zu hochqualifizierter Arbeitskraft bieten. Die im Talentkonzentrationsindex enthaltenen Faktoren sind die Qualität der lokalen Hochschuleinrichtungen, das demografische Profil und die Beschäftigung innerhalb der Innovationswirtschaft.

Kremsmuellerrot
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