Drei goldene Regeln guter Kommunikation im Geschäftsleben

(Foto: diego_cervo/ depositphotos.com)

Immerzu müssen wir in der Unternehmenswelt kommunizieren, eigentlich können wir gar nicht nicht kommunizieren. Der amerikanisch-österreichische Soziologe und Psychotherapeut Paul Watzlawick nannte dies einmal das erste Axiom der Kommunikation. Egal, welches Verhalten wir an den Tag legen, selbst schlafen, es ist immer Kommunikation und sagt etwas über uns aus. Gerade dieser Tatsache sollten wir uns auch im Geschäftsleben immer bewusst sein. Nach einer oft zitierten Studie werden über Worte nur etwa 7% der Information vermittelt, 38% über den Klang unserer Stimme und 55% über nonverbale Elemente wie Körpersprache, Gestik, Mimik, Kleidung. Ich habe aus meiner Erfahrung als Coach und Rhetoriktrainer drei goldene Regeln zusammen getragen, die Ihnen bei Ihrer Kommunikation im Büro behilflich sein können.

1. Achten Sie auf Ihr Auftreten: How do I show up in this world?

Menschen sind schon merkwürdige Wesen. Wir sind zwar schlau, zumindest glauben wir das, aber wir lassen uns zu oft vom ersten Eindruck leiten, wir beurteilen und bewerten Menschen schon nach wenigen Sekunden. Vielleicht ist dies noch ein Relikt aus unserer urzeitlichen Vergangenheit, in der wir schnell einschätzen mußten, ob wir es mit einem Freund oder Feind zu tun haben. Egal wie es ist, es ist so. Also achten Sie darauf, wie Sie die Bühne Ihrer Firma betreten. Welches Image wollen Sie von sich selbst vermitteln? Werden Sie auch so wahrgenommen wie Sie sich das wünschen? Fragen Sie mal Ihre Kollegen oder bewerten die Situation mithilfe eines Coaches; Sie werden überrascht sein, wie oft Ihre eigene Wahrnehmung über sich selbst mit derjenigen Ihrer Kollegen über Sie nicht übereinstimmen. Immer wieder begegne ich Managern, die schlecht gekleidet sind oder mit ungewaschenen Haaren herumlaufen, ja auch das spielt bei der Wahrnehmung eine Rolle. Einmal sitzt der Anzug nicht richtig, die Hosen sind zu lang, das Jackett ist zu groß oder das Hemd viel zu eng. Haben Sie einen aufrechten Gang oder laufen Sie wie ein geschlagener Hund gebeugt durch die Büroräume? Wie sitzen Sie auf Ihrem Stuhl oder am Konferenztisch? Was sagt Ihre Körperhaltung wirklich über Sie aus? Wie sehen Ihre Gesichtszüge aus, sind Sie angespannt oder entspannt? Vermitteln Sie eine positive Ausstrahlung oder schauen Sie immer grimmig drein? Blicken Sie hin und wieder mal in den Spiegel und überprüfen sich. Ihr Auftreten trägt zu einem erheblichen Teil zu Ihrem persönlichen Erfolg bei.

2. Wie schaffe ich Aufmerksamkeit: Energy flows where attention goes

Viele Manager haben den Eindruck, dass sie gar nicht gehört werden. Egal, was sie sagen, keiner interessiert sich für sie. Es kann auch sein, dass Sie sich ärgern, in der Verhandlung mit dem Chef keinen Erfolg erzielt zu haben. Es reicht noch lange nicht aus, etwas richtiges zu wissen, man muss es auch richtig vermitteln. Viele von uns reden einfach zu viel, das wirklich Wichtige geht verloren. Zuerst sollten Sie sich fragen, was Sie eigentlich wirklich vermitteln möchten, was ist Ihre Message? Das ist weit weniger klar, als wir selbst annehmen. Wir haben alles mögliche im Kopf, aber kriegen dann unsere Pferdestärken oft nicht auf die Strasse, genau wie ein Rennwagen, dessen Reifen beim Start durchdrehen und das Auto dabei kaum nach vorne kommt. Sie erhalten immer nur eine bestimmte Zeitspanne, um Ihren Punkt zu machen, verpassen Sie den richtigen Moment, war die Mühe umsonst. Wir oft bin ich auf Veranstaltungen eingeladen, auf denen nur wie ein Wasserfall geredet wird und nach einer gewissen Zeit auch der letzte Besucher seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge gelenkt hat. Aufmerksamkeit ist die eigentliche Währung in der Kommunikationswelt, vergessen Sie das nicht! Schulen Sie sich dabei, mit Aufmerksamkeit bewusst umzugehen, vor allem mit der Aufmerksamkeit der Anderen: wie spreche ich, laut oder leise, wie präzise spreche ich? Manchmal bewirken bewusst gesetzte Pausen enorm viel, um Ihrer Message Gewicht zu verleihen. Viele Manager merken gar nicht, dass sie zu laut oder zu leise sprechen, sie sind sich dessen nicht bewusst. Schliesslich sollten Sie sich vor Beginn Ihrer Rede oder Ihres Gesprächs immer fragen: Ist mein Beitrag gut strukturiert? Hierbei hilft immer wieder die 3-Punkte-Regel; fast alles lässt sich in drei Punkte verdichten; es scheint eine universelle Regel zu sein, die uns überall im Leben begegnet. Keep it simple, manchmal ist weniger mehr.

3. Die Macht der Worte

Wie bereits erwähnt, werden nur 7% der Informationen über Worte vermittelt, das ist wirklich nicht viel. Wir sollten uns daher einmal genauer Ihre Wortwahl ansehen. Welche Worte gehören denn zu Ihrem Standardrepertoire? Es gibt viele Worte, die eigentlich einen negativen Beigeschmack haben und Ihr Gegenüber entweder provozieren oder ihm einen taktischen Vorteil geben, da sie Unsicherheit ausstrahlen: „Leider; ich bin verplant; keine Zeit; ich weiss nicht; nein! das klappt nie; ja aber; ich will, Schluss jetzt; das war schlecht; vielleicht; Misstrauen; ich bin nicht sicher“. Auf der anderen Seite gibt es Worte wie: „Lasst es uns versuchen; gemeinsam eine Lösung finden; konstruktiv; gute Idee; Sie haben Recht; was denkst Du? Wir finden schon einen Termin; ich vertraue Ihnen; Respekt; wir schaffen das“. Wenn Sie hauptsächlich so kommunizieren, sind Sie ein Typ, der eher mit einer offenen, positiven Einstellung durchs Leben geht und mit dem man gerne zusammen arbeitet. Wie der japanische Forscher Masaru Emoto mit seinen Wasserexperimenten gezeigt hat, haben Worte aber auch Musik eine starke Wirkung auf Wasserkristalle und damit indirekt auf uns Menschen, da wir selbst zu über 70% aus Wasser bestehen. Positive Worte wie „Liebe“ oder klassische Musik erzeugen nach Emotos Studien eher harmonische Kristallformen, negative Worte und aggressive Musik hingegen bringen bizarre Formen der Kristalle hervor. Interessanterweise zeigen Studien auch, dass Kühe mehr Milch geben, wenn sie mit klassischer Musik beschallt werden. Wenn Sie also das nächste Mal jemanden für sich gewinnen wollen, braucht es auch die richtige Energie; Ihre eigene „Musik“ in Form von Worten spielt dabei eine zentrale Rolle.

Dr. Michael Schroeder

Kremsmuellerrot
Romania
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