Fitch: Wirtschaft möglicherweise in Überhitzung

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Foto: geralt/pixabay.com

Rumänien hat ein weiteres Quartal mit schnellem Wirtschaftswachstum hingelegt, doch die prozyklische Fiskalpolitik und die ausgeprägten Lohnerhöhungen von 2017 haben zu einem höheren Risiko der Überhitzung der Wirtschaft geführt, warnt die Ratingagentur Fitch in einer neulichen Mitteilung vom August. Eurostat kündigte an, dass Rumänien in 2Q 2017 zum zweiten aufeinanderfolgenden Quartal ein Wachstum von 5,7% gegenüber demselben Vorjahreszeitraum verzeichnet hat. Fitch Ratings korrigierte die Wachstumsprognose für 2017 von 4,8% auf 5,1% nach oben und eine weitere Berichtigung sei möglich,so das Büro. Für 2018 und 2019 rechnet die Agentur mit 3,4% bzw. 3,5% Wachstum. Dennoch seien Risiken in Verbindung mit der Anfälligkeit für externe Indikatoren und mit einer Überhitzung feststellbar – die Löhne steigen schneller als die Produktivität. Die Zentralbank in Bukarest schätzt, dass die Wirtschaft zwei Prozentpunkte über der Höchstkapazität arbeitet und Fitch geht davon aus, dass das Haushaltsdefizit 3% vom BIP übersteigt, so die Mitteilung. Fitch warnt, dass das Wachstum größtenteils auf eine Entspannung der Steuerpolitik zurückzuführen sei; aufgrund der Herabsetzung der Konsumsteuern und der Mehrwertsteuer seien Fiskalziele verfehlt worden, da die Einnahmen stagnieren und die Ausgaben steigen. In den ersten fünf Monaten war das Defizit dreimal so hoch wie ein Jahr früher. Vor diesem Hintergrund rechnet Fitch auch mit rückläufigem Staatsverbrauch und niedrigeren Investitionsausgaben, während die höheren Löhne zu mehr Einnahmen bei der Sozialversicherung führen werden. Die Agentur geht davon aus, dass das Haushaltsdefizit in 2017 auf 3,7% vom BIP steigt (2016 – 3%) und Ende 2019 die Schulden von 43,6% vom BIP erreichen (37,6% Ende 2016). Eine solche Entwicklung würde auch eine stärkere Abweichung vom langfristigen Ziel eines Strukturdefizits von 1% bedeuten, so der Bericht von Fitch Ratings.

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