MIPIM 2019: Fokus auf vier große Trends

Foto: MIPIM

Von der Yield-Jagd bis hin zur Ausbildung der zukünftigen Führungskräfte im Immobilienbereich, das waren die Hauptthemen dieser Auflage der MIPIM, der größten Profilmesse aus Europa, die zwischen dem 12. und 15. März in Cannes stattgefunden hat.

Die Veranstaltung findet an einem Zeitpunkt statt, an dem der geopolitische Raum eine Wolke der Ungewissheit durchquert, somit haben die 26.000 Fachleute aus dem Immobilienbereich während der vier Tage der Messe genug Gesprächsthemen gehabt.

Während sich das Spektrum der Befürchtungen bezüglich des Brexits ausgebreitet hat, sind bei der Immobilienmesse in Cannes Themen wie etwa die Identifizierung der zukünftigen Generation von Führungskräften im Immobilienbereich, die Erneuerung der veralteten Immobilien, der Wettbewerb zwischen den europäischen und den globalen Investoren, und die Veränderung der Bedürfnisse der Mieter, die meistbesprochenen gewesen.

Diese sind die vier wichtigsten Gesprächspunkte in Cannes gewesen:

Auf der Suche nach dem Wert

Die globalen Investitionsfonds sind auf ein sehr starkes Jahr 2019 aus Sicht der Summen vorbereitet, die sie zu investieren bereit sind, und die ein Rekordniveau erreichen könnten, unter den Bedingungen der zunehmenden Popularität der kommerziellen Immobilien.

Trotzdem werden die Zuteilung des Kapitals und die Erschließung dezenter Erträge zu einer immer größeren Herausforderung.

„Die Erschließung der wertvollsten Investitionsmöglichkeiten ist für die Investoren aus dem europäischen Immobilienbereich heuer der wichtigste Gesprächspunkt. In diesem Sinne müssen die Investoren den Markt auf lokaler Ebene genauer analysieren, um diese Gelegenheiten zu finden, und nicht unbedingt auf den Bereich Wert legen, zu dem diese Immobilienaktiva gehören“, so Matthew Richards, JLL Head of EMEA Capital Markets.

Der Währungsmarkt und der Wettbewerb

Der Wettbewerb zwischen den europäischen Investoren – besonders die deutschen und französischen – und denen aus Asien hat sich aufgrund der Währungsschwankungen nochmehr verschärft.

„Beziehen wir uns auf die Wechselkursraten, so können wir sagen, dass es für die eurolautenden Investoren – die großteils in dominierende Immobilienprojekte investiert haben – besser ist, in Europa als in den USA oder Asien zu investieren. Europa ist jedoch zu einem präzisen Ziel auch für das asiatische Kapital geworden – also wird der Wettbewerb immer stärker auf diesem Markt“, so Timo Tschammler, CEO des Unternehmens JLL Deutschland.

Dieser Wettbewerb legt immer größeren Wert auf den Wohnbereich aus Rumänien, aber auch auf sonstige Raumformen zum Wohnen, wie etwa Studentenwohnheime, Gesundheitszentren oder Altenheime. Die Möglichkeiten sind begrenzt, jedoch werden die Investitionen in den Wohnbereich und für sonstige Aktiva mit einer „Living“-Komponente trotzdem erheblich steigen. „Die größte Barriere ist jedoch der Mangel an Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich“, meint Adam Challis, Leiter der Abteilung für Forschung im Wohnbereich bei JLL UK und EMEA.

Bedürfnis nach mehr Zusammenarbeit

Zeitgleich zu neuen Technologien und zum Wachstum des Anteils der flexiblen Fläche ändert sich der Arbeitsplatz schnell, und das bedeutet für die Investoren und Mieter nochmehr Arbeit. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppen wird einen wichtigen Schritt vorwärts darstellen.

Sobald die Investoren aus dem europäischen Immobilienbereich die Bedürfnisse der Mieter immer besser verstehen, werden diese ihnen die Räume anbieten, die ihren Bedürfnissen am meisten entsprechen.

Der Mangel an Verfügbarkeit des richtigen Gebäudetyps könnte eine Auswirkung auf die Geschäftsplanung, auf die Planung der Politiken und Praktiken der Unternehmen haben und, letztendlich, auf den Erfolg der Mieter, so Charles Boudet, CEO bei JLL France.

„Das Design und die Einrichtung steigen in ihrer Bedeutung wenn es um die Vermietung von Büroflächen geht. Es geht nicht nur um das Gebäude, das ihnen die Bedürfnisse hinsichtlich des Raums und des Standorts erfüllen könnte, sondern auch um die Art und Weise, in der der Arbeitsplatz an sich zur Heranziehung und Behaltung neuer Talente beitragen könnte“, so Boudet.

Die veralteten Büroflächen benötigen, ebenfalls, eine Auffrischung.

„Die Notwendigkeit der Zuteilung einiger Ausgaben für die bestehenden Aktiva ist eine greifbare Angelegenheit – und, wahrscheinlich, ein größeres Problem für einige Investoren als die Abwicklung einiger neuen Investitionen. Die Dinge verändern sich so schnell, dass das Risiko besteht, dass die existierenden Aktiva altmodisch werden“, so Gianluca Romano, JLL-Berater.

Neue Führungskräfte der Zukunft

Bei der MIPIM ist erstmals das Young Leaders Summit mit
Fokus auf die Millennials-Generation und auf deren Auswirkung auf die Immobilienin­dustrie sowohl in der Gegenwart, als auch in der Zukunft, veranstaltet worden.

„Wir erreichen einen Wendepunkt, da die jungen Führungskräfte über mehrere Möglichkeiten verfügen, unter den Bedingungen, unter denen diese „Digital Natives“ sind, bewusster sind wenn es um die Umwelt und die sozialen Angelegenheiten geht. Dies sind die Valenzen, die der neuen Generation von Führungskräften dabei helfen werden, die Immobilienindustrie in eine neue Richtung zu steuern“, meint Emma Tattersall, EMEA-Leiterin für Retail-Kapitalmärkte im Rahmen des Unternehmens JLL.

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