Monika Puiu – eine Österreicherin prägt die rumänische Landwirtschaft

Monika Puiu
Team Advantage Austria Bucharest

Monika Puiu gehört zu den Pionieren der österreichischen Wirtschaft in Rumänien. Sie ist seit 1988 im Land aktiv, führt zwei erfolgreiche Unternehmen und beschäftigt rumänienweit rund 200 Mitarbeiter. Darüber hinaus ist sie Präsidentin der APIMAR (Vereinigung der Landmaschinenhersteller und –importeure Rumäniens) und hat die Etablierung der wichtigen rumänischen Agrarmaschinenausstellung ROMAGROTEC initiiert. ADVANTAGE AUSTRIA hat Frau Puiu zum Interview getroffen und mit Ihr über Ihre Vergangenheit und Ihre Wünsche für die Zukunft geplaudert.

Frau Puiu, Sie sind seit mehr als 25 Jahren beruflich in Rumänien tätig. Was hat Sie Ende der 80er Jahre dazu bewegt, nach Rumänien zu kommen?

In erster Linie mein Wunsch nach Herausforderung. Es hätte damals auch gerne Tansania sein können oder noch besser Vietnam. Rumänien war keine Wunschdestination, aber es wurde in unserer Firma angeboten und als nach 2 Monaten sich noch immer niemand gemeldet hatte, habe ich mich bereiterklärt. Wie so oft im Leben weiß Gott, oder unsere Bestimmung, oder das Universum oder einfach der Zufall es besser. Heute bin ich mir sicher, dass Rumänien für mich zu diesem Zeitpunkt das rechte Maß an Herausforderung war, aber auch das richtige Land für mich.

Und von den vielen Veränderungen, die das rumänische Wirtschaftsumfeld seit dieser Zeit durchlebt hat, welche stechen Ihrer Meinung nach besonders hervor?

Die Veränderung der Gesellschaft, der Bevölkerung an sich. Der Umbruch war gewaltig und ich hatte das Privileg, diesen Umbruch von Anfang an mitzuerleben. Wenn ich vergleiche, wie unsere Mitarbeiter, meine Freunde, meine Bekannten in Rumänien sich heute verhalten, heute reisen, heute miteinander umgehen, dann sehe ich die riesige Veränderung, die stattgefunden hat. Alle anderen Bereiche werden nachziehen, so es nicht schon erfolgt ist. Ich bin von ganzem Herzen dankbar, dass ich das miterleben darf.

Bereits sehr früh haben Sie sich im für Rumänien traditionell wichtigen Landwirtschaftssektor engagiert. Sie haben in Rumänien mehrere Firmen in diesem Bereich aufgebaut, bringen sich aktiv in einschlägigen Fachverbänden ein und verleihen der Branche eine starke Stimme. Woher kommt Ihr Engagement für diesen Bereich?

Ja, wer hätte das gedacht? Ich bin zwar am Land aufgewachsen, aber im Laufe der Jahre zum Stadtmenschen geworden. Trotzdem habe ich die Verbindung zur Erde nicht verloren und eine Leidenschaft dafür entwickelt, das zu essen, was in unserer Umgebung wächst. Ich wünsche mir dass der rumänische Landwirtschaftssektor zu einer richtigen Erfolgsgeschichte wird, nicht nur mengenmäßig. Es geht mir nicht darum wie viel können wir noch aus dem Land, den Tieren herauspressen können sondern wie können wir das, was in Rumänien wächst, bestens vermarkten, hier verarbeiten und in erster Linie damit die rumänische Bevölkerung versorgen können.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach der rumänische Agrarsektor mittel- und langfristig entwickeln? Welchen Ratschlag möchten Sie Rumänien für die Zukunft seiner Landwirtschaft mit auf den Weg geben?

Ich hoffe, dass die rumänischen Entscheidungsträger erkennen, dass der Agrarsektor dringend Reformen benötigt, um sich weiter zu entwickeln. Es kommt also ganz darauf an, welche Weichen die Regierung für die Zukunft stellt.

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