Öfter “Danke” sagen

Foto: efired / depositphotos.com

So langsam öffnet sich unser Leben wieder, wir dürfen erneut zur Arbeit gehen, soziale Kontakte sind zu grossen Teilen wieder erlaubt. Viel ist geschrieben worden über die Probleme, die wir in dieser Zeit lösen mussten, auch über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, solch eine Pandemie zu überstehen. Viele von uns haben sogar ihren Arbeitsplatz verloren.

Ich möchte gerne Platz machen für eine ganz andere Energie, die allzu schnell in den Hintergrund gerät: Dankbarkeit. Das mag viele an dieser Stelle überraschen. Aber ist es nicht so, dass wir in unserem Leben „vorher“ vieles als selbstverständlich angesehen haben? Der Gang zum Lebensmittelmarkt um die Ecke, das Gespräch mit Nachbarn oder Freunden, die Freiheit, sich bewegen zu können, wohin man will, selbst der Spaziergang im Park, einen Cafe mit einem Freund auf der Terrasse, all dies haben wir vergessen, die vielen schönen, einfachen Dinge des Lebens, wir haben sie einfach nicht mehr wahrgenommen; unsere Sinne sind stumpf geworden.

Und plötzlich kommt eine Krise und wir werden wachgerüttelt. Erst wenn uns etwas weggenommen wird, lernen wir den Wert zu schätzen. Diesen Mechanismus zu erkennen, ist ein grosses Geschenk.

In vielen spirituellen Traditionen gibt es in irgendeiner Form ein Dankesgebet, an das wir uns wahrscheinlich gar nicht mehr erinnern können. Als ich Kind war, haben wir zuhause am Tisch eigentlich immer gebetet und uns bei Gott bedankt für „Speis und Trank“. Wie wäre es denn damit, wenn wir uns gerade in dieser Zeit jeden Tag kurz Zeit nähmen, danke zu sagen? „Unmöglich! Da gibt es in meinem Leben nichts!“ höre ich Sie reden. Ich glaube Ihnen nicht. Sie WERDEN etwas finden, wenn Sie nur aufmersam genug suchen. Wir können dankbar sein für die Gesundheit, die Familie, die Natur, unsere fünf Sinne, das Menschsein, das Essen, die Wertschätzung eines Kollegen im Büro oder einfach nur unser Leben, das uns geschenkt wurde. Einfach nur Danke sagen. Machen Sie sich diese Mühe. Sie werden feststellen, dass es immer etwas gibt, für das Sie dankbar sind; vielleicht können Sie gar nicht mehr aufhören dankbar zu sein, immer neue Dinge fallen Ihnen ein….

Beobachten Sie sich dabei, fühlen Sie hinein in diese Dankbarkeit, was macht sie mit Ihnen? Was fällt Ihnen an sich selbst auf? Erforschen Sie dieses Gefühl einmal, aber zerstören Sie es nicht durch exzessives Denken und Analysieren, es handelt sich hier nicht um einen business case. Lassen Sie sich doch einfach darauf ein; etwas öffnet sich in Ihnen….

Mit grosser Wahrscheinlichkeit verändert sich dabei Ihr eigenes Energiefeld. Sie werden feststellen, wie stark Sie selbst für Ihren Gefühls- und Gemütszustand verantwortlich sind, egal, was da draussen auf der Bühne des Lebens passiert. Wenn Sie das einmal verstanden haben, gehen Sie viel bewusster durchs Leben, das gilt auch für Ihr Leben im Büro.

Nehmen Sie sich mehrmals am Tag Zeit für ein ganz persönliches Dankesgebet und machen Sie es bitte konkret: für was sind Sie in diesem Moment dankbar? Sagen Sie es laut: danke, danke, danke. Das ganze machen Sie am besten für sich selbst, also ohne Publikum. Sie werden sehen, Sie und alle Menschen um Sie herum werden davon profitieren.

Danke Danke Danke

Dr. Michael Schroeder

Romania
Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
„Die ganze Welt ist eine Bühne”

Die Zeit des Zweiten Weltkriegs war das letzte Mal, dass Kulturorganisationen ihre Tätigkeit vollständig einstellten. Wir sprechen von einem Zeitraum...

Schließen