Rumäniens wahre Herausforderung: die Arbeitskraft

Wenn wir verstehen wollen, wie sich die Wirtschaft eines Staats entwickelt, ist es nützlich, die Dynamik des Arbeitskraftmarkts zu beobachten, da dieser kostbare Indizien zu den Tendenzen der wirtschaftlichen Entwicklung, der Aufteilung der Ressourcen oder der Polarisierung des Mehrwerts, bietet. Die gute Nachricht ist, dass Rumänien eine allgemeine Tendenz des Wachstums der Arbeitskraft hinsichtlich der Dynamik, der Vielfalt und der Komplexität, aufweist. Die schlechte Nachricht ist, dass unser Land einige dauerhafte Schwachpunkte und Bedrohungen nicht loswird: die Polarisierung, die deutlichen Wettbewerbsfähigkeitslücken unter den Regionen, die Tendenz zur Spezialisierung innerhalb Industrien mit niedrigem Mehrwert und mit geringem Produktivitätsniveau oder die Beschränkung der Anzahl der Fachleute. Der Verband Inländischer Investoren (PIAROM) hat eine Studie zur Dynamik des Arbeitsmarkts auf Niveau der hauptsächlichen arbeitgebenden Industrien aus Rumänien während der Zeitspanne 2016-2017 veröffentlicht. Die Vorstellung der Studie wurde von Cristian Pârvan (Vorsitzender des PIAROM), Conf. Univ. Dr. Mihai Cioc (PIAROM-Experte) und Larisa Papp (Leiterin Arbeitsinspektion) vorgenommen und vervollständigt eine zwei Jahre alte Analyse desselben Verbands hinsichtlich der Aufteilung der Arbeitskraft auf Ebene der Entwicklungsregionen Rumäniens.

Aufgrund detailliert überwachter Informationen mit statistischem Charakter liegt der Schwerpunkt der Studie auf den hauptsächlichen arbeitgebenden Sektoren auf Landesebene und dem Bereich der Forschung-Entwicklung-Innovation, dem die Rolle des Erzeugers einiger neuen wirtschaftlichen Nischenbereiche zugeteilt werden sollte und, somit, die Rolle des Erzeugers neuer Beschäftigungsmöglichkeiten mit Mehrwert.

Der rumänische Arbeitsmarkt unterliegt einigen Faktoren, die erhebliche Ungleichgewichte mit negativen Auswirkungen innerhalb der Wirtschaft schaffen. Die Arbeitskraft aus Rumänien leidet unter einer starken Polarisierung rund um das Mindestgehalt: rund 46% der Angestellten werden mit dem Mindestgehalt vergütet und diejenigen, die mehr als 700 Euro verdienen, stellen nur 16% der Gesamtzahl dar. Gleichzeitig werden wir mit dem Rückgang des Anteils der Fachleute konfrontiert, nämlich des Personals mit Hochschulausbildung, zeitgleich zum Anstieg der Anzahl der ungelernten Arbeitskräfte. Ein weiteres erhebliches Ungleichgewicht ist die Aufteilung nach dem Alter: innerhalb der Altersgruppen unter 30 Jahren ist der Anteil ungelernter Arbeitskräfte doppelt im Vergleich zu dem der ausgebildeten. Laut Marktforschung ist das Ausbildungsniveau der nachziehenden Generationen gering und aus diesem Grund verzeichnet die rumänische Wirtschaft Berufe mit erheblichem Risiko, die von der Industrie verlangt werden, technische Berufe ausgebildeter Arbeitskräfte, wobei wir hier über einen überwiegenden Anteil der Arbeitskräfte mit einem Alter von über 50 Jahren verfügen.

Laut dieser Studie wird die allgemeine Struktur der rumänischen Arbeitskraft während des Jahres 2017 von einer Summe von Hauptparametern definiert, die auf eine wichtige Dynamik deutet, zeitgleich zu einer unterschiedlichen Entwicklung auf regionaler Ebene. Nachfolgend stellen wir zusammenfassend die hauptsächlichen Schlussfolgerungen der Studie dar, auf die wir uns beziehen:

Rumänien befindet sich weiterhin unter den europäischen Ländern mit dem geringsten Anteil von Arbeitsverträgen unter der aktiven Bevölkerung, beziehungsweise 62,1%, während der europäische Durchschnitt dieses Indikators bei 84,6% liegt. Das passiert, obwohl die Anzahl der individuellen Vollzeitarbeitsverträge gegen Ende des Jahres 2017 mehr als 5,2 Millionen erreicht hatte. Davon sind rund 27% (1,4 Millionen) in der Region Bucure?ti-Ilfov registriert, was den Status einer werdenden Metropole der Stadt Bukarest, beziehungsweise der Metropolregion des Kreises Ilfov, in dem die meisten Ressourcen auf Landesebene konzentriert sind, bestätigt. Weitere 16,5%, beziehungsweise 860.000 Verträge, werden in vier Kreisen mit einem hohen Niveau an wirtschaftlicher Entwicklung registriert (Cluj, Timi?, Bra?ov und Prahova) während sich am entgegengesetzten Pol die Kreise Mehedin?i, Giurgiu, C?l?ra?i, Ialomi?a und Covasna mit insgesamt weniger als 3,5% (177.500) der Gesamtzahl der Arbeitsverträge befinden. Während der Zeitspanne 2016-2017 wurde die ausgeprägteste Dynamik der Arbeitsverträge in den Kreisen Arge? (+7,99%) und Dolj (+9,04%) verzeichnet, hauptsächlich aufgrund der beschleunigten Entwicklung des Fahrzeugbaus und der Herstellung von Teilen für diese Fahrzeuge.

Aufgrund des Anstiegs der Kosten mit der Arbeitskraft und der wiederholten Erhöhung des Mindestgehalts hat die Zeitspanne 2016-2017 eine Verlangsamung des Wachstumsrhythmus des Anteils der ungelernten Arbeitskräfte mit sich gebracht (von 15,1% auf 15,2%), im Unterschied zu der Zeitspanne 2015-2016, als der Wachstum viel deutlicher war (von 14,1% auf 15,1%). Trotzdem existiert in Rumänien weiterhin ein relativ hoher Anteil von ungelernten Arbeitskräften innerhalb der Gesamtzahl der Arbeitskraft, und das ist der Tatsache zu verdanken, dass die verarbeitende Industrie in den Industriebereichen mit niedriger Produktivität und geringen Ausbildungsanforderungen im Bezug auf die Arbeitskraft konzentriert ist. Ein Beispiel dafür ist der wirtschaftliche Aufbau dreier Kreise, die den höchsten Anteil der ungelernten Arbeitskräfte innerhalb der Gesamtzahl des Personals verzeichnet: Bistri?a-N?s?ud (28,3%), Bihor (24,14%) und Maramure? (24,06%).

Ein weiteres allgemeines Merkmal der Arbeitskraft ist der hohe Anteil der Arbeiter im Bereich Dienstleistungen (15,97%), im Kontext, in dem der Handel der zweite Zweig der Wirtschaft aus Sicht der Anzahl der Arbeitsverträge ist, nach der verarbeitenden Industrie. Die Existenz einiger Kreise, in denen der Anteil der Arbeiter im Bereich Dienstleistungen weit über dem Landesdurchschnitt liegt, wie zum Beispiel Vaslui, Bac?u oder Teleorman, wo dieser Indikator 21% übersteigt, wird einerseits durch das geringe Entwicklungsniveau der verarbeitenden Industrie, und somit durch den Mangel an Personal, das direkt an der Produktion beteiligt ist, erklärt, und andererseits durch eine größere Anwesenheit des traditionellen Handels, der durch geringere Werte der Arbeitsproduktivität charakterisiert ist. Der Kreis Arge? führt landesweit im Bezug auf die ausgebildete Arbeitskraft: 20,2% der Angestellten sind ausgebildete und assimilierte Arbeitskräfte, während andere 20,1% Anlagen und Maschinen bedienen oder Maschinen und Ausrüstungen zusammenbauen. Die größte Anhäufung von Fachleuten aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen befinden sich in den Kreisen Cluj (25,8%), Ia?i (25,3%) und Bucure?ti (25,1%). In den drei großen Städten befinden sich ebenfalls die prestigeträchtigsten akademischen Zentren für höhere Bildung landesweit, was eine Verbindung zwischen der Anwesenheit und der Leistung der akademischen Zentren und der Anzahl der Fachleute in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen auf dem Arbeitsmarkt belegt. Es wird eine starke Verbindung zwischen den Regionen mit wettbewerbsfähiger industrieller Tätigkeit und der Anzahl der ausgebildeten Arbeitskräfte nachgewiesen, und die bedeutendsten Universitätszentren des Landes bestimmen die Anhäufung der Fachleute in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen. Die Tendenzen sind selbstverständlich, jedoch ist die Tatsache besorgniserregend, dass es nur in einem einzigen Kreis des Landes mehr als 20% der aktiven Arbeitskraft gibt, die aus ausgebildeten Arbeitern zusammengesetzt ist.

Im privaten Sektor haben während der Zeitspanne 2016-2017 die Firmen aus den Bereichen Handel (+7,3%), Logistik (+7,5%) und Hotels und Restaurants (+16,1%) die größte Dynamik der Anzahl der Arbeitsverträge verzeichnet. Die verarbeitende Industrie, beziehungsweise der hauptsächliche arbeitgebende Sektor aus Rumänien, hat in der untersuchten Zeitspanne ein Wachstum der Anzahl der Arbeitsverträge von 1,6% verzeichnet. Laut Eurostat befindet sich Rumänien ebenfalls weiterhin unter den Ländern mit der größten Anzahl von Angestellten innerhalb der Europäischen Union, die in der verarbeitenden Industrie tätig sind, mit 1,23 Millionen Angestellten, von den 29,9 Millionen Angestellten dieses Sektors auf Ebene der Europäischen Union. Der Aufbau der hauptsächlichen arbeitgebenden Wirtschaftstätigkeiten (NACE-Codes) deutet darauf hin, dass, obwohl die verarbeitende Industrie, so wie erwähnt, der hauptsächliche Sektor aus Sicht der Angestelltenzahl ist, unter den ersten sieben NACE-Codes aus Rumänien keiner aus der verarbeitenden Industrie wiederzufinden ist. Von den wirtschaftlichen Tätigkeiten, die ebenfalls im Rahmen der „Wettbewerbsstrategie Rumäniens“ als Tätigkeiten mit einer bedeutenden wirtschaftlichen Rolle und Einfluss auf die Beschäftigung definiert sind, sind nur zwei NACE-Codes, die zu der Möbel- und Textilindustrie gehören, unter den ersten 20 NACE-Codes wiederzufinden, was einen gewissen Widerspruch zwischen der Rolle der Industrien mit Einfluss auf die Beschäftigung und der tatsächlichen Realität widerspiegelt. Hinsichtlich der Dynamik gab es von den ersten zehn arbeitgebenden Bereichen nur in zwei davon Rückgänge der Anzahl der Arbeitsverträge während der Zeitspanne 2016-2017, beziehungsweise die Schutztätigkeiten (-0,5%) und die Herstellung von Kleidungsartikeln (-5,8%), wobei diese Wirtschaftsbereiche sind, die durch einen überwiegenden Anteil von ungelernter Arbeitskraft charakterisiert sind. Das größte Wachstum der Anzahl der Arbeitsverträge (+19.309, beziehungsweise +16,6%) ist im Bereich der Dienstleistungen der allgemeinen öffentlichen Verwaltung verzeichnet worden, die, unter anderem die Verwaltungsdienstleistungen der zentralen, regionalen und lokalen exekutiven und legislativen Einheiten umfasst, aber auch die Verwaltung und Überwachung der Steuermaßnahmen. Auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Zeitspanne 2015-2016 ebenfalls eine Erhöhung der Anzahl der Arbeitsverträge um 10.509 (+9,9%) mit sich geführt hat, stellen die Autoren der zitierten Studie eine fortlaufende Tendenz des Wachstums der Angestelltenzahl auf Ebene dieses Bereichs fest.

Die zweitwichtigste wirtschaftliche Tätigkeit landesweit (+18,9%, beziehungsweise +13.493 Arbeitsverträge), aus Sicht der Dynamik, ist die Restaurantindustrie. PIAROMs Meinung nach ist diese spektakuläre Entwicklung nur teilweise der Entwicklung des Tätigkeitsbereichs zu verdanken und eher der Änderung einer Anzahl von individuellen Arbeitsverträgen (IA) mit Teilzeitnorm in IAs mit Vollzeitnorm, und das im Kontext der steuergesetzlichen Änderungen. In derselben Situation befinden sich auch drei weitere NACE-Codes, die sich unter den ersten 15, aus Sicht der Dynamik auf Landesebene, befinden, wo das Prozentsatzwachstum der Anzahl der Arbeitsverträge sogar noch spektakulärer gewesen ist, beziehungsweise: Transport mit Taxi (+81,1%, 5.887 IAs), Haarpflege und sonstige Schönheitsdienstleistungen (+41,8%, +4.929 IAs) und Bars und sonstige Tätigkeiten zum Servieren von Getränken (+20,3%, +4.533 IAs).

Die PIAROM-Studie deutet auch auf die Tatsache hin, dass es zahlreiche Faktoren gibt, die eine erhebliche Wettbewerbsfähigkeitskluft zwischen Rumänien und den anderen Mitgliedstaaten der EU im Bezug auf die Vergütung vertiefen. Rumänien befindet sich im Jahr 2017 auf dem vorletzten Platz innerhalb der Europäischen Union im Bezug auf die durchschnittlichen Kosten der Arbeitskraft. Die Spezialisierung der rumänischen Wirtschaft auf Tätigkeitsbereiche mit niedrigem Mehrwert und geringer Arbeitsproduktivität steht normalerweise in direkter Verbindung zu den Gehaltsniveaus des Personals, das in diesen Bereichen tätig ist; somit platzieren die geringen Gehaltsniveaus der rumänischen Angestellten unser Land auf den vorletzten Platz innerhalb Europas, bei einem Durchschnitt von 7.200 Euro/Einwohner, vor Bulgarien (5.700 Euro/Einwohner), aber in einem riesigen Abstand im Vergleich zu den ersten Stellen der Hierarchie, beziehungsweise Luxemburg (80.500 Euro/Einwohner), Norwegen (67.600 Euro/Einwohner) oder Schweiz (57.100 Euro/Einwohner).

Eine besorgniserregende Tendenz der letzten Jahre besteht in dem Wachstum des Anteils der Angestellten, die sich außerhalb des Mindestgehalts der Gesamtzahl der Arbeitskräfte befinden. Im Jahr 2016 hatte der Anteil der IAs mit Bruttogehalt im Bereich des Mindestgehalts 41,5% der Gesamtzahl der Arbeitsverträge erreicht (2,07 Millionen Verträge). Im Jahr 2017 hat sich der Wert dieses Indikators verbessert (1,95 Millionen IAs, 36,9% der Gesamtzahl). Die besorgniserregendste Situation wird auf Ebene der Tätigkeitsbereiche Ermittlung und Schutz (92,1% der Verträge im Bereich des Mindestgehalts), Herstellung von Kleidungsartikeln (82,6%) und Restaurants und sonstige Verpflegungsdienstleistungen (80,4%), verzeichnet. Die höchsten Niveaus der Bruttogehälter sind, in dieser Reihenfolge, auf Ebene der Informations- und Kommunikationsbereiche, Finanzvermittlungen und Versicherungen und Herstellung von Energie und Versorgung mit Energie verzeichnet worden, während die geringsten Niveaus in den Bereichen Hotels und Restaurants, Bau und Landwirtschaft verzeichnet worden sind.

Auf Landesebene gibt es in Rumänien nur sechs Bereiche, in denen mehr als die Hälfte der registrierten Arbeitsverträge mit Bruttogehaltsniveaus vergütet werden, die bei mehr als 700 Euro liegen, beziehungsweise: Dienstleistungstätigkeiten im Bereich der Informationstechnologie (72,04%), Gewinnung von Erdöl und Erdgas (72%), Finanzvermittlung (58,6%), Tätigkeiten der Verlage (57,9%), Versicherungstätigkeiten, Rückversicherungstätigkeiten und Tätigkeiten der Rentenfonds (56,7%) und Herstellung von Tabakprodukten (56%). Gleichzeitig gibt es fünf Industrien, innerhalb deren der Anteil der Anzahl der Arbeitsverträge mit Gehalt im Bereich des Mindestgehalts bei mehr als 80% liegt. Von diesen unterscheiden sich aus Sicht der Bedeutung drei Tätigkeitsbereiche mit erheblichem Einfluss auf die Beschäftigung, die mehr als 380.000 Arbeitsverträge zählen: Ermittlungs- und Schutztätigkeiten (121.257 Verträge, von denen 111.746 im Bereich des Mindestgehalts), Herstellung von Kleidungsartikeln (136.770 Verträge, von denen 113.054 im Bereich des Mindestgehalts) und Restaurants und sonstige Verpflegungsdienstleistungen (125.034 Verträge, von denen 100.637 im Bereich des Mindestgehalts innerhalb der Wirtschaft). Nur auf Ebene dreier Berufe wird mehr als die Hälfte der registrierten Arbeitsverträge mit Gehaltsniveaus vergütet, die bei mehr als 700 Euro liegen, beziehungsweise: Fachleute im Bereich der Informationstechnologie und der Kommunikationen (83,5%), Führungskräfte im Verwaltungs- und Handelsbereich (62,1%) und Fachleute im Verwaltungs- und Handelsbereich (59,4%). Hinsichtlich der Berufe mit den kleinsten Gehaltsniveaus gibt es in Rumänien fünf Berufsgruppen, innerhalb deren 75% der Angestellten sich im Bereich des Mindestgehalts befinden, während dieser Prozentsatz für weitere fünf Gruppen 50% übersteigt. Die größte wirtschaftlich-soziale Auswirkung dieser gehaltlichen Ungleichgewichte manifestiert sich auf Ebene dreier Berufsgruppen, die mehr als 1,26 Millionen Arbeitsverträge zählen: die ungelernten Arbeiter aus der rohstoffgewinnenden Industrie, der Bauindustrie, der verarbeitenden Industrie und dem Transport (334.880 Verträge im Bereich des Mindestgehalts), die Arbeiter im Verkaufsbereich (219.960 Verträge) und die Fahrzeugfahrer und die Bediener von Anlagen und mobilen Maschinen (192.450 Verträge).

Aus Sicht des wirtschaftlichen Potenzials liegt Rumänien nur auf Platz 20 innerhalb der Europäischen Union hinsichtlich des Mehrwerts, der von den Unternehmen der verarbeitenden Industrie erzeugt wird, bei nur 13.436 Millionen des kummulierten Mehrwerts von 1.620.000 Millionen Euro auf Ebene der Europäischen Union. Diese Situation ist durch die prioritäre Aufteilung der Angestellten in Industriebereichen mit geringen Produktivitätsniveaus, niedrigen Personalkosten und leicht überdurchschnittlicher Rentabilität zu erklären. Somit sind unter den ersten zehn arbeitgebenden Industrien nur drei Industrien mit relativ hohen Produktivitätsniveaus wiederzufinden (die Herstellung der Fahrzeuge für den Straßenverkehr, die Herstellung von Maschinen und Ausrüstungen n.a.k. und die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen). Andererseits sind unter den ersten zehn arbeitgebenden Bereichen der verarbeitenden Industrie vier der fünf Bereiche mit den geringsten Niveaus der Produktivität und der Arbeitskraftkosten aus der Europäischen Union wiederzufinden (die Herstellung von Kleidungsartikeln, die Herstellung von Möbeln, die Herstellung von Lederwaren und Schuhen und die Holzverarbeitung). Hinsichtlich des Bereichs Forschung-Entwicklung und Innovation war die Dynamik der Arbeitskraft während der Zeitspanne 2016-2017 insgesamt positiv, einschließlich als Effekt eines bedeutenden finanziellen Zuschusses für diesen Tätigkeitsbereich, mit der Erwähnung, dass auch dieser Bereich durch deutliche Ungleichgewichte charakterisiert wird.

Laut PIAROM war die Aufteilung der Arbeitsplätze, die während der Zeitspanne 2016-2017 in den wirtschaftlichen Bereichen geschaffen worden sind, die vom einheimischen Kapital dominiert werden, gleichmäßig. Im Vergleich dazu war der Wachstum der Anzahl der Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftsbereichen polarisiert, sowohl auf Ebene der Industrie (vorwiegend Dienstleistungstätigkeiten hinsichtlich der Arbeitskraft, die Herstellung von Fahrzeugen für den Straßenverkehr und Dienstleistungstätigkeiten im Bereich der Informationstechnologie), als auch auf Kreisebene.

Eine allgemeine Schlussfolgerung ist die, dass der Arbeitsmarkt eine aufsteigende Tendenz im Vergleich zum Jahr 2016 verfolgt, was besonders in den quantitativen Indikatoren (das Wachstum der Anzahl der Arbeitsverträge, das Wachstum der Anzahl der Arbeitsplätze, Wachstum in einigen Bereichen strategischer Tätigkeit) widerspiegelt wird. Bei der Betrachtung des qualitativen Wachstums sind die Entwicklungen andererseits viel langsamer: die Gehaltsniveaus bleiben weiterhin die geringsten innerhalb der Europäischen Union, mit Ausnahme von Bulgarien; die Arbeitskraft wird in Industrien beschäftigt, die keinen Mehrwert erzeugen und sich am Ende der Rangliste der Produktivität auf Ebene der Europäischen Union befinden; der Anteil der ungelernten Arbeitskräfte bleibt auf einem hohen Niveau; ein großer Teil der untersuchten Arbeitsverträge befinden sich außerhalb des Bereichs des Mindestgehalts innerhalb der Wirtschaft. All das deutet auf die Tatsache, dass Rumäniens hauptsächliche wirtschaftliche Herausforderung die Art und Weise ist, in der das Land seinen eigenen Arbeitskraftmarkt verwaltet und weiterentwickelt.

Daniel Apostol

Romania
Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Dragoş Anastasiu: Rumänien muss Lösungen zur Ausbildung, Heranziehung und Sicherung der Arbeitskraft finden, um auf dem Radar der Investoren zu bleiben

Seit einigen Jahren wird Rumänien mit einem allgemeinen Mangel an Arbeitskraft konfrontiert. Es gibt drei Aspekte dieses Defizits, und zwar:...

Schließen