Wie behalte ich meine besten Mitarbeiter? Fünf Wege zum Ziel

(Foto: AndreyPopov/ depositphotos.com)

In unserer Geschäftswelt geht es schon sehr stressig zu. Die Unternehmensziele sind ambitiös und strategische Kurskorrekturen werden immer häufiger vollzogen, um mit der sich schnell wandelnden Welt mitzuhalten. Außerdem gibt es da noch die Konkurrenz, die dafür sorgt, dass wir nie stehen bleiben können. In einer solchen Umgebung kommt es vor allem darauf an, die richtigen Mitarbeiter in der Firma zu beschäftigen und sie auch zu halten. Gerade letzteres wird immer mehr zu einer Herausforderung. Was können Sie nun als Topmanager oder Unternehmer tun, um Ihre wichtigsten Leute nicht zu verlieren?

Aufstiegschancen bieten. Keiner bleibt in seiner Firma lange, schon gar nicht junge Leute, wenn keine Entwicklungsmöglichkeiten für die Karriere angeboten werden. Spannende Arbeitsinhalte, internationale Perspektive, Personalverantwortung, sind nur einige der Möglichkeiten, mit denen Sie Ihre Mitarbeiter an sich binden. Wie oft kommt es vor, dass gute Leute wechseln, weil der Karriereweg in der eigenen Firma blockiert ist. Lassen Sie sich daher etwas einfallen; schaffen Sie vielleicht einen neuen Bereich, wo sich die Nachwuchskraft bewähren kann. Nehmen Sie sich auch etwas Zeit, Ihre guten Talente in Ihrem Unternehmen ausfindig zu machen, oftmals sind gerade Mitarbeiter mit Potenzial irgendwo auf unteren Hierarchieebenen versteckt zu finden. Die direkten Vorgesetzten sind nämlich nicht immer an der Weiterentwicklung ihrer eigenen Mitarbeiter interessiert, schauen Sie ihnen also ruhig einmal über die Schulter.

Vernünftig bezahlen. Immer wieder kommt bei der Motivation des Mitarbeiters das Thema Gehalt zur Sprache. Es scheint mir, dass dies gerade für rumänische Mitarbeiter besonders wichtig ist, sie wären auch für ein wenig mehr Geld anderswo bereit, den Arbeitgeber zu wechseln. Sehen Sie zu, dass sie nicht unter dem Markt bezahlen, das kriegen die Mitarbeiter schnell heraus. Zahlen Sie deutlich weniger als die Konkurrenz, können Sie dies kaum durch andere Vorteile ausgleichen. Der amerikanische Psychologe Frederick Herzberg hat in seinen Arbeiten zur Motivation von Mitarbeitern schon in den 50ger Jahren gezeigt, dass das Gehalt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielt, solange ein bestimmtes gerechtes Niveau erreicht ist. Das Gehalt wird aber dann zum Problem, wenn dieses Niveau nicht erreicht ist, sei es objektiv oder subjektiv in der Weise, dass der Mitarbeiter glaubt, mehr wert zu sein als das Gehalt, was er erhält.

Sich für die Mitarbeiter interessieren. Wir wissen alle aus unserer eigenen Erfahrung, dass es für Kinder das schlimmste ist, wenn sie nicht wahrgenommen, nicht wertgeschätzt und vernachlässigt werden. Genauso verhält es sich mit Ihrem Mitarbeiter. Zeigen Sie ihm, dass Sie sich für ihn und seine Geschichte interessieren. Im Grunde schenken Sie ihm damit Aufmerksamkeit, das wohl wichtigste Geschenk, was Sie einem Menschen in unserer schnelllebigen Zeit machen können. Es fällt Ihnen leicht, sich für Andere zu interessieren, wenn Sie sowieso schon gerne mit Menschen arbeiten und es Ihnen Spaß macht, etwas zu ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung beizutragen. In der Wirtschaft ist es jedoch sehr oft anders: Manager sind nur an sich selbst und ihrem Ego interessiert und gehen sogar im schlimmsten Fall dazu über, die Mitarbeiter nur für ihre eigenen Zwecke auszunutzen. In diesem Fall dürfen Sie sich nicht wundern, dass die besten Mitarbeiter nicht lange bei Ihnen bleiben werden.

Gute Arbeitsatmosphäre schaffen. Wie sieht es denn diesbezüglich in Ihrem Unternehmen aus? Haben Sie ein Haifischbecken, in dem jeder gegen jeden kämpft oder geht man fair mitein­ander um, eben mit Respekt. Wir alle wissen, dass wir konkurrenzfähig sein müssen und daher gehört der Wettbewerb sowohl extern als auch im Unternehmen selbst zwischen Mitarbeitern zur Normalität. Wie Sie jedoch die Zusammenarbeit gestalten, ist allein Ihre Entscheidung. Welche Akzente setzen Sie als Führungskraft? Gelingt es Ihnen, trotz des Konkurrenzspiels, das wir alle spielen, noch authentisch zu bleiben und von Zeit zu Zeit einfach nur Menschlichkeit durchscheinen zu lassen? Eine gute Atmosphäre kann man nicht erzwingen oder in schöne Worte kleiden, sie muss vorgelebt werden. Da gibt es kein Standardrezept. Es kann auch nur ein bestimmter Umgangsstil sein, den Sie pflegen und in Ihrer Firma verbreiten möchten, es können interne Events sein, bei dem Sie Ihren Stil vorleben. Vergessen Sie nie, dass Sie erst mal die Veränderung sein müssen, die Sie in Ihrer Umgebung realisiert sehen möchten: the work always starts with you.

Transparente und moderne Unternehmensführung. Mitarbeiter wollen immer mehr mitreden und mitgestalten. Der alte Stil eines Chefs, der alles entscheidet und sehr direktiv führt, ist für die neue Generation von Führungskräften definitiv nicht mehr möglich. Heute werden Bestleistungen nur durch modernes Management mit klaren Zielen und einer Einbeziehung der Mitarbeiter in Entscheidungen erreicht. Diese Erkenntnis scheint bei vielen Unternehmenschefs noch nicht ganz angekommen zu sein. Werden Entscheidungen ausschließlich „von oben“ getroffen und bleiben sie nicht nachvollziehbar – wie zum Beispiel im Falle der Beförderung eines Mitarbeiters, der nur aus Sympathie oder persönlichen Beziehungen zum Chef in eine neue Position gelangt – werden Sie Ihren guten Nachwuchs verlieren. Wie oft erwischen Sie sich dabei, nicht ehrlich zu Ihren Mitarbeitern zu sein, also eine Geschichte zu erzählen, die eigentlich nicht stimmt? Wir Menschen haben im allgemeinen ein gutes Gespür dafür, was stimmt oder was nicht. Seien Sie also mit Ihren Geschichten vorsichtig. Selbstverständlich kommt es auch in Führungsetagen immer wieder vor, dass Sie selbst nicht frei sind und Entscheidungen „von oben“ akzeptieren müssen, zum Beispiel Vorgaben von der Muttergesellschaft. Aber auch hier können Sie solche persönlichen Konflikte thematisieren, ja transparent machen, Ihre Mitarbeiter werden Ihnen für Ihre Ehrlichkeit dankbar sein.

Romania
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