Alukönigstahl feiert ein Vierteljahrhundert auf dem rumänischen Baumarkt. Das Abenteuer geht weiter

Interview mit Attila Beer, Geschäftsführer von Alukönigstahl in Rumänien und der Republik Moldau

Attila Beer verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich Fenster und Fassadensystemen. Er absolvierte die Technische Universität in Budapest und begann in 1993, nach einer kurzen Zeit als Journalist, bei Alukönigstahl Ungarn zu arbeiten. Nach Gründung der rumänischen Niederlassung im Jahr 1995, bildete und leitete er das lokale Verkaufsteam. Als Geschäftsführer, beteiligte er sich persönlich an den wichtigsten Projekten, für die Alukönigstahl durch die angebotene innovative Lösungen Mehrwert geschaffen hat. Seit 2016 verwaltet er auch die Alukönigstahl-Niederlassung in der Republik Moldau.

Dieses Jahr feiern Sie 25 Jahre Aktivität in Rumänien. Wie haben Sie die Entwicklung des lokalen Marktes wahrgenommen und was waren die wichtigsten Momente, die die Entwicklung von Alukönigstahl während dieser Zeit kennzeichneten?

25 Jahre sind ein bedeutender Zeitraum, sowohl im Leben eines jeden Menschen als auch für ein Unternehmen. Wenn wir uns auf die von über 150 Jahre Geschichte der Alukönigstahl Österreich beziehen, scheinen diese 25 Jahre nicht sehr viele zu sein, aber es war eine volle Zeitspanne, in der wir die Freude hatten, direkt an der Schaffung und Entwicklung eines neuen Bereiches im Bauwesen teilzunehmen, nähmlich den der modernen Glasfassaden und der Fenstern und Türen aus Aluminium und Kunststoff. Die Entwicklung des Marktes erkennt man anhand des Vergleiches der einfachen Architektur von Gebäuden aus den 90er Jahren, die im allgemeinen durch relativ kleine Verglassungen und ein dichtes Netzwerk von Aluminiumprofilen gekennzeichnet sind, mit den neuen Gebäuden, mit kühner Architektur und Glassoberflächen die selten durch Profile unterbrochen werden, und für die wir spezielle Lösungen entwickelt und getestet haben. Wir haben ständig Energie in die Entwicklung der Zusammenarbeit mit Architekten und Gebäudeplanern investiert, und ihnen neue, innovative Systeme und Lösungen angeboten, die es ermöglicht haben die Skizzen und Pläne in Realität umzusetzen.

Gleichzeitig, mit Hilfe einer so vielfältigen Produktpalette, adressieren wir uns sowohl den Immobilieninvestoren in Bürogebäude und Einkaufszentren, als auch denen die in den Wohnbereich investieren. Durch unsere Beratungstächtigkeit, die wir Architekten und Investoren anbieten, bauen wir immer mehrere Varianten, so dass wir eine optimale Lösung finden, die den Investor zufriedenstellt, aber auch den Betrieb des Gebäudes unten den besten Bedingungen für thermischen Komfort, Schallschutz und Energieeffizienz während der gesamten Lebensdauer gewährleistet.

Während in den ersten Jahren unserer Tätigkeit in unserem Portfolio die Bankfilialen und -büros vorherrschten, begann ab 2000 die Entwicklung von Bürogebäuden, gefolgt danach von den großen Wohnsiedlungen.

Alukönigstahl war, gemeinsam mit desen Partner Schüco, schon immer ein Pionier bezüglich der Förderung energieeffizienter Lösungen. In den letzten Jahren sind diese konstruktive Lösungen immer mehr gefragt, und die Kunden sind sich der Bedeutung von Faktoren wie, Wärmedämmung und angemessene Belüftung für ein ordnungsgemäßen Betrieb der Gebäude bewusst. Besonders im Einfamilienwohnbereich sind Top-Lösungen, sowohl im Bezug auf Energie als auch im Bezug auf Zuverlässigkeit und Funktionalität sehr gefragt.

Ich werde an einige, für uns, wichtige Momente errinern. Nach Gründung des Bukarester Büros im Jahr 1995, eröffneten wir in 1998 auch in Cluj ein Büro. Das neue Jahrtausend hat auch für uns mit Erneuerungen begonnen: die Eröffnung des Showrooms und des Lagers in Bukarest. 2012 prägte die Eröffnung des Showrooms in Cluj und 2015 die Neueinrichtung des Bukarester Showrooms. In 2016 haben wir das Lager in eine größere Halle verlegt, um der jetzigen Nachfrage und dem jetzigen Warenumsatz mitzuhalten. Wir arbeiten ständig daran, das Niveau der Zufriedenheit unserer Kunden zu steigern, und das Jahr 2020 brachte für Alukönigstahl ein Plus im Bereich Supply Chain, durch Maßnahmenpakete zur Steigerung der Personaleffizienz. Wir haben unser Lager in Jilava neu organisiert und konfiguriert, haben neue, angemessene Lagersysteme gekauft, die für einen schnellen Warenfluss geiegnet sind, und gleichzeitig moderne Managementsysteme wie Lagerstandorte und Barcodes zur Identifizierung und Rückverfolgbarkeit von Artikeln und tragbare Scanner eingeführt – um die Effizienz zu steigern und gleichzeitig das Risiko einer falschen Handhabung zu verringern. Wir werden diese Aktivität durch Einführung eines ERP weiterentwickeln, das Anfang 2021 tätig wird. Ein weiterer wichtiger Erfolg ist unsere eigene digitale Plattform, AKS Connect, wo unsere Kunden jederzeit Bestellungen eingeben können und online den Status der Lieferungen verfolgen können, mit jederzeitige Rückverfolgbarkeit für jeden Artikel.

Wir können sagen, dass wir auch im Bereich der Digitalisierung unserer spezifischen Prozesse führend sind und, seit 2006, die ersten sind die über Online-Dokumentation verfügen. Jetzt verfügen wir über digitalisierte Lösungen für die Werkstätte, das Fabrication Data Center ist ein Computer mit großem Touchscreen, der die Arbeit in der Werkstatt erleichtert und den Mitarbeitern den Zugang zu Dokumentationen und Videos zur Herstellung und Montage der Elemente erleichtert.

Wir denken langfristig, mit einigen Partnern arbeiten wir schon seit 20 bis 25 Jahren zusammen und, in einigen Fällen, mit der zweiten Generation von Geschäftsführer aus derselben Familie. Die Zahl der Angestellten hat in den letzten Jahren stetig zugenommen und betrug im Durchschitt 65 Personen. Wir legen großen Wert auf unser Team, und schenken viel Aufmerksamkeit seine Ausbildung und Entwicklung, sowohl beruflich als auch persönlich.

Welche sind, derzeit, die Referenzprojekte im Portfolio des von Ihnen geführten Unternehmens?

Wie ich bereits schon sagte, sind wir der Ansicht, dass wir aufgrund denen von uns vorgeschlagene und erreichte technische Lösungen immer Trendsetter waren. Die Liste ist lang und viele Projekte können als Meilensteine in unserem Tätigkeitsbereich betrachtet werden. Beginnend mit der ersten strukturellen Fassade im Jahr 1996 (BCR Piata Victoriei) über dem ersten A Klasse Bürogebäude – Opera Plaza im Jahr 2002, bis hin zum ersten Bürokomplex mit unitised Fassade bzw. Elementfassade (eine Lösung die das Arbeiten in den Innenräumen ermöglicht während die Aussenschale des Gebäudes auf jeder Etage separat eingebaut wird, wodurch die Fertigstellungszeit der Investition verkürzt wird); nähmlich S Park im Jahr 2006. Oder die höchsten Bürogebäude in Bukarest und Rumänien, Sky Tower, Globalworth Tower und Ana Tower. Der nördliche Teil von Bukarest, eine große Anhäufung von Bürogebäuden, kann ohne falsche Bescheidenheit, als Schüco-Viertel bezeichnet werden. In den letzten Jahren haben sich auch im Süden der Stadt (Sun Plaza und Timpuri Noi Square) oder im Westen, vom älteren Sema Park bis zu den Orhideea Towers, The Bridge und Bucharest Business Garden solch neue ”Viertel” entwickelt. Wir waren und sind, immer noch, in allen großen Städten, von Cluj bis Craiova und Iasi, von Constanta bis Brasov, Timisoara und Sibiu, gleichermaßen Aktiv.

Bezüglich des Wohnbereichs haben wir Lösungen für Projekte mit hohen Komfortanforderungen geliefert: Luxuria Residence, Cloud 9Residence, Isho Living Timisoara, Nordis, Sea One, Neo Mamaia, aber auch für Konstruktionen des ANL-Programms.

Wie hat sich das Geschäft von Alukönigstahl Rumänien in diesem Jahr, im Vergleich zu 2019, entwickelt? Was sind die Hauptelemente, die den Umsatz beeinflusst haben?

Nach 2018 und 2019, in denen unser Umsatz stetig um jeweils 10 Prozent gestiegen ist, hatten wir für 2020 den gleichen Anstieg geplant. Ähnlich wie in vielen anderen Tätigkeitsbereichen war auch unserer von der medizinischen Krise, die wir durchmachen, betroffen. Die Aktivität wurde auf den meisten Baustellen fortgesetzt, die vor Beginn des Ausnahmezustandes im März begonnen haben, also haben wir diese Bestellungen auch geliefert. Nicht alle Büroprojekte, die 2020 beginnen sollten, wurden aktiviert, was unser bisheriges Ergebnis beeinflusst hat. Es gab aber auch neue Projekte, die wir unter Vertrag genommen haben und die derzeit geliefert werden.

Welche Maßnahmen haben Sie intern eingeführt und wie haben Sie Ihre Tätigkeiten angepasst um die Herausforderungen der COVID-19-Pandemiekrise zu bewältigen?

Unser erstes Ziel zu Beginn der Krise, war der Schutz unserer Mitarbeitern, damit auch unsere Aktivitäten nicht beeinträchtigt werden. Die Beratungs- und Verkaufsteams setzten ihre Tätigkeiten telefonisch und online fort, die Büroangestellte arbeiteten größtenteils von zu Hause aus und im Lager wurden vorbeugende Maßnahmen ergriffen, wie z.B. die Aufteilung in zwei Teams mit Sichtarbeitsplan. Auch die Kundenschulung und die Produktpräsentation haben wir fortgesetzt und Online-Seminare organisiert, und waren erfolgreich, mit einer sehr guten Anwesendheit bei diesen Veranstaltungen.

Vor zwei Jahren haben Sie die Expansion auf dem Markt der Republik Moldau, durch Eröffnung eines Showrooms in Chisinau, angekündigt. Welche sind die lokale kurz- und mittelfristige Entwicklungspläne des Geschäfts?

Wir sind seit 2016 in Chisinau tätig und haben dort in 2018 ein Schauraum eröffnet. Mit einem, bislang, extrem kleinen Team ist es uns gelungen den Umsatz zu steigern. Auch dieses Jahr war gut, dank einiger großer Projekte, die in Ausführung waren oder es immer noch sind, wie z.B. der Wohnkomplex Solomon Dendrarium und der Sitz der MAIB-Bank. Wir beteiligen uns auch hier an der Ausbildung der Fachleute tätig in unsere Branche, wobei wir die neue Organisation Mold Green Council unterstützen und unsere Lösungen bei Architekten und Architekturstudenten fördern. Abschließend möchte ich mich ganz besonders bei den Kollegen bedanken, mit denen wir diesen Weg gegangen sind, sowie bei unseren Kunden die uns geholfen haben unsere Dienstleistungen zu verbessern um immer besser zu werden.

Ein Interview von Ioan Dornescu

Romania
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