Wie gestalte ich das neue Arbeiten im home office?

Foto: Sharomka/depositphotos.com

Das home office ist fest im Arbeitsablauf etabliert. In den letzten Monaten haben wir alle mehr oder weniger intensiv online Medien benutzt, um mit Kollegen in Kontakt zu bleiben. Das ist nicht immer einfach und vor allem auch stressig, weil wir nicht mehr so viel Kanäle haben, uns mitzuteilen. Es stehen uns nur noch die zwei Dimensionen des Bildschirms zur Verfügung, Vorgespräche wie früher beim Cafe oder der Zigarettenpause sind nur noch selten möglich.

Unsere Kommunikation online von zuhause wird zweifelsohne effizienter und expliziter werden müssen, sie wird uns zwingen, uns mehr auf das wesentliche zu konzentrieren, fokussierter zu sein. Es ist auf einmal weniger Platz für scheinbar Nebensächliches, für small talk, für Interpretationen, für die spielerische Vermengung von Emotionen, Geschichten und hard facts. Solche Dinge werden wir dann wohl auf die Tage verlegen müssen, wenn wir im Büro mit anderen Kollegen zusammen sind.

Es kommt noch ein weiteres hinzu. Wenn wir den Bildschirm zu hause für unsere Kollegen öffnen, also unsere Camera einschalten, gewähren wir ihnen einen visuellen Einblick in unsere Welt. Viele sind sich nicht bewusst, dass sie damit ein Bild über sich vermitteln, dass nicht immer vorteilhaft ist. In den letzten Monaten habe ich im Rahmen meiner Arbeit viel Coachinggespräche online geführt und so einiges gesehen; gerne teile ich diese Beobachtungen mit Ihnen.

Achten Sie auf eine gute Camera und guten Sound. Es ist anstrengend, gerade mit mehreren Personen zu reden, wenn die Qualität von Bild und Ton teilweise schlecht ist. Wenn nicht Sie, dann sollte die Firma darauf achten, einen guten Standard für alle sicherzustellen.

You cannot not communicate. Welchen Eindruck wollen Sie online auf dem Bildschirm vermitteln? Ist Ihnen das wirklich egal? Nichts bleibt unbemerkt. Es fängt schon mit einfachen Dingen an: wo sitzen Sie? In der Küche, im Kinderzimmer, im Badezimmer, im Schlafzimmer? Ist es unordentlich, hektisch um Sie herum? Was sieht man auf den Wändern hinter Ihnen? Sind sie kahl wie im Krankenhaus, sind die Bilder schief, harmonisch oder aggressiv? Sitzen Sie mit der Nase vor dem Bildschirm und wirken übergross oder sind sie weit weg irgendwo in der Ecke, um möglichst nicht gesehen zu werden? Selbst wenn Sie die Camera nicht benutzen, sagt das etwas über Sie aus. Vorsicht mit virtuellen Hintergrundbildern! Manche Computer ermöglichen es uns, Phantasiebilder mit exotischen Stränden oder Wäldern und Bergen zu zeigen, auf denen Sie oftmals kaum noch zu erkennen sind. Auch diese Bilder sagen etwas über sie aus. Passen die wirklich zu einem professionellen Auftritt?

Achten Sie auf gute Beleuchtung. Wie oft habe ich in den letzten Monaten mit Schatten gesprochen, mit Gesichtern, die nicht sichtbar waren, weil der Lichteinfall von draussen beim Aufstellen des Laptops nicht berücksichtigt wird. Nur dunkel oder im Schatten sichtbar zu sein, vermittelt auch nicht gerade ein positives Bild von Ihnen.

Seien Sie ein wenig aufmerksamer, wie Sie im Home office von anderen wahrgenommen werden. Fragen Sie Freunde oder gute Kollegen, was sie von Ihrer Präsenz auf dem Bildschirm halten. Wenn Sie diese kleinen Hinweise und Fragen berücksichtigen, senden Sie ein klares Signal, auch in Zeiten des home office professionell zu sein. Sie entscheiden, welche Atmospäre Sie über Ihren Bildschirm an die Welt da draussen vermitteln.

Dr. Michael Schroeder

Romania
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